059 Frie Fabienne Lütkermeier D'Agostino

Zufriedene und betrübte Fabienne Lütkemeier

“Er ließ sich sehr schön reiten, schöner als im Grand Prix”, zeigte sich Fabienne Lütkmeier zufrieden nach ihrem Grand Prix Special, in dem das deutsche Paar 74,082 Prozent erntete. Einen Platz unter den besten 15 zu bekommen und sich dafür für die Kür zu qualifizieren, wird dennoch schwierig für die Deutsche. “Es wäre toll, wenn es klappt”, so die Reiterin. “aber in erster Linie bin ich zufrieden und habe mich gefreut, noch mal im Stadion reiten zu können.”

Am gestrigen Abend war die Goldmannschaft noch zusammen essen und feierte ein bisschen, doch so richtig ausgelassen wurde es dabei nicht. Die Verletzung von Isabell Werths Bella Rose machte allen zu schaffen. “Das ist so ein tolles Paar”, erklärte Lütkemeier, “und Isabell ist ja auch ein bisschen die Mutti des Teams – das hat uns doch alle traurig gemacht.” Auch Equipe-Chef Klaus Roeser war am nächsten Tag noch mitgenommen von der schlechten Nachricht: “Das ist doch ein Wehrmutstropfen auf den Erfolg von gestern und zerrt an den Nerven. Isabell hatte sich was ausgerechnet und hatte große Hoffnungen und Ziele. Das ist schon bitter. Es ist zwar nichts, worüber man sich große Sorgen machen müsste, aber es kommt einfach nicht zum richtigen Zeitpunkt.”

Hingegen absolut zum richtigen Zeitpunkt kam Nathalie zu Sayn-Wittgensteins Leistung mit Digby. Die dänische Prinzessin entschuldigte sich in ganz herzlicher Art sogar bei Fabienne Lütkemeier dafür, dass sie sie überholt habe, denn 75,408 Prozent bekamen die beiden. Dabei wurde der 17-jährige dänische Wallach eigentlich im vergangenen Jahr in Herning bei der EM schon für Championate verabschiedet. Nun, um die Olympiaqualifikation zu schaffen für das Land, kam er dann doch noch mal zum Einsatz. Die Reiterin, die im vierten Monat schwanger ist, erklärte: “Das Jahr war wirklich ganz anders geplant. Digby sollte sein letztes Turnier in Mechelen dieses Jahr gehen. Jetzt aber bin ich schwanger und kann das Turnier nicht gehen – es hat sich alles etwas gedreht. Insofern wird diese WM hier ganz sicher sein letztes Turnier sein”. Tränen flossen bei der Dänin nach dem tollen Special. “Das war der beste Special vom Gefühl her, den er je gegangen ist”, so zu Sayn-Wittgenstein bewegt. Auch sie muss noch auf den Einzug in die Kür hoffen, liegt derzeit aber auf einem guten dritten Platz.

Foto: Karl-Heinz Frieler