Price und Jung mit Anreise-Problemen nach Badminton

Für zwei Spitzenreiter, die ihren Weg nach Badminton von Kentucky nehmen wollten, war bei der Anreise der Wurm drin, wie Horse & Hound meldet. Tim Price brauchte insgesamt 60 Stunden, um von Kentucky nach England zu kommen. “Es passt zu meinem Pech im Moment”, so der Neuseeländer. Sein Spitzenpferd Wesko ist verletzt und dann stürzte er noch mit Bango am vorletzten Hindernis in Kentucky. Nach dem Sturz entschied Price, nicht – wie ursprünglich gedacht – am Sonntag zurückzufliegen, sondern am Samstag direkt nach Withington zu reisen, um dort noch mit Cloud Dancer II zu reiten. Der war zwar ursprünglich mit seiner Frau Jonelle genannt, doch weil er nach Weskos Aus eine Rio-Option ist, wird er ihn nun beim CCI3* in Saumur reiten. Jedenfalls flog Price zunächst von Lexington nach Charlotte in North Carolina. Dort allerdings war schlechtes Wetter, sodass sie ca. 80 Kilometer entfernt auf einer Landebahn landeten und dort dreieinhalb Stunden in dem kleinen Flugzeug mit einer defekten Toilette und kaum etwas zu trinken verbringen mussten.

Klar, dass der Reiter bei der Ankunft in Charlotte dann seinen Anschluss nach London verpasst hatte – zu dem Zeitpunkt war es 1.30 Uhr am Sonntag. Nach drei Versuchen, ein Bett in einem Hotel zu finden, klappte dann auch dies. Am Sonntagabend dann erst um 18.40 Uhr konnte Price in den Flieger steigen. Doch auch dann gab es erneut Probleme wegen des Wetters und dem Tank. Weitere sieben Stunden warten. Da dann die Piloten allerdings über ihrem erlaubten Limit an Arbeitsstunden gewesen wären, musste Price erneut aussteigen und ins Hotel. Price erzählte: “Zu dem Zeitpunkt waren all meine Mannschaftskollegen, die am Sonntag aus Kentucky zurück wollten, bereits wieder zu Hause.” Um 9.30 Uhr am Dienstag dann allerdings erreichte der Neuseeländer mit einem Übernacht-Flug seine Heimat in Wiltshire.

Doch auch Multi-Champion Michael Jung hatte Probleme. Der Deutsche wollte zusammen mit seinen Eltern Brigitte und Joachim Jung von Kentucky am Sonntagabend nach England fliegen – allerdings durften sie zunächst nicht in den Flieger, weil der überbucht war, wie eventingnation.com vermeldet. Dienstagabend wäre erst der nächst verfügbare Flug mit freien Plätzen gewesen – zu spät für Badminton, denn das Turnier beginnt am Mittwoch. Zumindest zum Vortraben wäre Jung nicht da gewesen. Allerdings hatten Vielseitigkeitsfans aus Kalifornien aus dem selben Flieger das Szenario mitbekommen und ihre Sitze an Michael Jung und seine Eltern überlassen, damit die rechtzeitig nach London fliegen konnten. Was für eine Aufregung für die beiden Spitzenreiter!