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Só Alegria: Bye-Bye Rio – am Ende haben wir uns doch gut verstanden

18 Tage Olympische Spiele, 18 Tage Rio de Janeiro liegen nun hinter mir. Es waren besondere Erfahrungen, die ich in diesen Tagen gemacht habe. Positive wie negative. Ein Ausflug zum Zuckerhut vor dem Einzelfinale hat genau diese zwei Gegensätze noch mal sehr deutlich wiedergespiegelt. Zum einen ein unglaublich schönes Szenario, welches die Natur in der brasilianischen Metropole vorgibt, nette, hilfsbereite Menschen, die per Google Translator irgendwie versuchten, mit uns zu kommunizieren und lebensfrohe Menschen, die singen und tanzen. Diese Leichtigkeit, die man an der ein oder anderen Ecke zu spüren bekommt, wünschte man sich, mit nach Deutschland nehmen zu können.

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Zum anderen diese großflächige Armut, die wir zu sehen bekamen, weil wir uns zu unserem zweiten Ausflug früher auf den Weg gemacht hatten als beim letzten. Da dachten wir noch ‘Hat es geregnet?”, während nun klar wurde, dass man zu diesem Zeitpunkt nur schon die Straßen mit Wassermengen gereinigt hatte. Denn das Bild, was sich einem morgens eröffnete, als diese noch nicht gesäubert wurden, möchte man gar nicht wirklich darstellen: Obdachlose an jeder Ecke, die eben auch an jeder Ecke… nun ja. Aber vieles entschädigte für eben diese Anblicke – und es war wichtig, auch diesen Teil von Rio einmal hautnah mitzubekommen.

Da passte der Spruch an der einen Häuserwand ‘Olympische Spiele – für wen?” nur gut ins Bild. Ja, den armen Menschen werden die Spiele nichts bringen. Im Gegenteil. Vermutlich leiden sie noch stärker als vorher unter den finanziellen Belastungen, die die Stadt durch das Großspektakel auf sich genommen hat. Selbst die Reiter hielten nicht mit der Kritik zurück, dass die Olympischen Spiele nach Rio vergeben wurden. Isabell Werth hatte dies schon vergangene Woche angeprangert und Ludger Beerbaum bemängelte die Missstände im Land, aber auch an der Organisation. Eine Woche hätten sie im Olympischen Dorf keine Reinigungskraft gesehen. Da ging es uns in unseren Militär-WGs ja fast noch gut.

Olympische Spiele - für wen?

Olympische Spiele – für wen?

Und immerhin ist gestern, am letzten Tag, auch noch ein kleines Wunder geschehen: In den Toilettenwägen wurde montiert. Ja, es wurden Seifen- und Papierständer angebracht. Mit richtigem Papier zum Hände abtrocknen. Nicht mehr das dünne Toilettenpapier, das mit nassen Händen schon beim Abrollversuch in die Knie geht. Ja, in Rio dauert alles etwas länger. Das haben wir in jedem Fall gelernt.