Guido Klatte & Qinghai

Mit Quinghai zu einem Auto, das wie gerufen kommt

Gestern erzählte Guido Klatte Jun. nach seinem dritten Platz im Champions Cup von Frankfurt, dass sich seit dem Training mit Franke Sloothaak alle seine Pferde verbessert hätten und er wieder aus seinem sportlichen Tief gefunden hätte. Endlich hätte er wieder Freude am Springen. Das konnte man ihm und seinem Oldenburger Wallach Quinghai im Großen Preis von Frankfurt ansehen. Die beiden waren mit Abstand die Schnellsten im Stechen und sicherten sich den Großen Preis von Hessen. Und das war an diesem Tag kein leichtes Unterfangen. Lange gab es keinen fehlerfreien Ritt, am Ende waren es neun, die ins Stechen einzogen. Und da schafften es nur zwei, mit weißer Weste über die Ziellinie zu galoppieren: Guido Klatte und der Quidam de Revel-Sohn sowie der Österreicher Max Kühner mit dem Bayerischen Wallach Cornet Kalua. Kühner allerdings nahm nicht das letzte Risiko und kam mit fünf Sekunden Rückstand auf Klatte als Zweiter ins Ziel. Der Rest hatte Fehler. Schnellster mit einem Fehler war Maurice Tebbel mit dem Rheinländer Hengst Don Diarado, seinem WM-Pferd.

Für den 22-jährigen Guido Klatte war es der erste Erfolg in einem solch großen Grand Prix – allerdings konnte er im vergangenen Jahr beim Weltcup-Finale in Omaha für eine Sensation mit dem sechsten Platz im Gesamtranking mit Quinghai sorgen. Für Klatte war der Ehrenpreis im Großen Preis, ein Mercedes, ein willkommenes Geschenk, wie er erklärte: “Vor paar Wochen hatte ich einen Autounfall. Das Auto ist kaputt. Insofern kommt der wie gerufen. Ich habe auch überhaupt nicht damit gerechnet, hier heute zu gewinnen. Großer Dank an mein Pferd. Abnormal!” Für Klatte steht nun erstmal Urlaub an. Am Dienstag soll es nach New York gehen. Doch dafür muss noch der Reisepass gefunden werden, der die letzten Tage noch nicht aufgetrieben werden konnte. Auch nach dem Urlaub wird Klatte erstmal pausieren. Die Mandeln müssen raus, ebenso die Augen gelasert werden.

Max Kühner, der Zweitplatzierte, freute sich über einen gelungenen Ausgang des Turniers: “Cornet Kalua hat sich in der Tat die letzten zwei Tage noch nicht so harmonisch gezeigt, wie ich mir das gewünscht hätte. Er ist vielleicht ein bisschen kurz zuletzt gekommen, weil ich viel mit anderen Pferden unterwegs war. Insofern bin ich froh, dass wir uns bis zum Großen Preis wieder mehr zusammengefunden haben. Ich hatte im Stechen aber noch nicht das Gefühl, dass ich gegen eine schnelle Runde ankomme und habe mich für die Variante ‘safe’ entschieden.”

Maurice Tebbel war zufrieden mit seinem WM-Pferd, der nach den Weltreiterspielen in Tryon in Oldenburg im Großen Preis platziert war, in Stuttgart ging und jetzt in Frankfurt: “Er sich super entwickelt nach Tryon. Tryon war noch mal gut für uns um zu wissen, was wir noch üben müssen. Er springt sehr gut in der letzten Zeit.”

Die Bilanz des Turnierleiters Paul Schockemöhle fiel positiv aus: “Die Veranstaltung ist sehr rund gelaufen. Wir waren seit Freitagabend quasi ausverkauft. Das hat man an der Stimmung gemerkt.”

Foto: Karl-Heinz Frieler