Meredith Michaels-Beerbaum

Meredith Michaels-Beerbaum: “Ich wollte zu viel!”

Als zu leicht wurde der erste Umlauf in der Einzelwertung am heutigen Tag in Rio eingestuft – doch für Meredith Michaels-Beerbaum und den schwedischen Wallach Fibonacci v. For Feeling/Corland war er bereits an Sprung zwei beendet. Was war passiert? Die für Marcus Ehning ins Team nachgerückte Reiterin aus Thedinghausen und Fibonacci kamen mit nicht ganz idealer Distanz zum ersten Hindernis und landeten mitten im Oxer. Hindernis zwei nahm die 46-Jährige noch mal als Korrektursprung, dann war Schluss. “Ich wollte das hier heute zu sehr”, erklärte sie im Nachhinein. “Ich wusste, dass kein Platz für einen Fehler oder einen Zeitfehler ist und hatte keine Konzentration zum ersten Sprung. Als ich merkte, dass die Distanz nicht passt, konnte ich nicht mehr korrigieren.” Meredith Michaels-Beerbaum beendete dann vorzeitig den Kurs, weil sie nicht wusste, ob sich der Schimmel vielleicht verletzt habe. “Aber Gott sei Dank bleibt nur die Enttäuschung, er ist ok. Er hat mich dann noch mal böse angeschaut und mit dem Kopf geschüttelt.”

Besser machten es Meredith Michaels-Beerbaums Kollegen. Christian Ahlmann und der KWPN Hengst Taloubet Z. Galoubet A/Polydor sowie Daniel Deußer mit dem Balou du Rouet-Sohn blieben fehlerfrei – wie allerdings insgesamt 13 Paare. Eine ganze Menge. Die Befürchtung von Otto Becker, der Kurs könnte zu leicht sein, bewahrheitete sich. “Leider sind es viel zu viele Nuller”, klagte Daniel Deußer. “Ich weiß nicht, auf was der Parcoursbauer noch warten will.” Für seinen First Class sei der Parcours allerdings gar nicht so optimal gewesen, “aber er war sehr fokussiert”.

Auch Christian Ahlmann erklärte: “Ich hatte mir etwas mehr vorgestellt beim Parcours. Ich hoffe jetzt aber nicht, dass er im zweiten Umlauf total durchdreht nach dem Motto ‘Friss oder Stirb’. Dann soll es halt im Stechen entschieden werden.”

Wahl-Ukrainer Rene Tebbel, der mit Zipper nicht einen einzigen Abwurf in diesen Rio-Tagen hatte, aber jeweils einen Zeitfehler, dürfte sein heutiges Bummeln zum Verhängnis werden. “Der Zeitfehler heute ist richtig scheiße”, schimpfte er. “Ich habe vor dem Wasser einmal den Bügel verloren, dann habe ich wohl einen Galoppsprung mehr gemacht. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich es irgendwo verbummelt habe.” Dennoch war er hoch zufrieden: “Hammer – vier Mal null. Besser geht es nicht. Das ist abnormal. Umso mehr ärgert mich der Zeitfehler.”

Statt 20 Reiter werden nun 27 Reiter in dem zweiten Umlauf starten – so viele haben null oder vier Fehlerpunkte. Um 18:30 Uhr deutscher Zeit geht es weiter.

Foto: Stefan Lafrentz