Julia Krajewski & Samourai du Thot

Julia Krajewski ist nach Wiesbaden-Erfolg baff

“Ich wusste, dass Sam gut Dressur geht und meist null springt – auch, dass er schnell im Gelände ist. Aber dass das für den Sieg hier gereicht hat, macht mich fast sprachlos – zumindest bin ich baff. Denn die Konkurrenz kann es ja auch”, staunte Julia Krajewski nicht schlecht, als sie nach zwei Tagen in Wiesbaden schlussendlich das CIC*** mit Samourai du Thot für sich entscheiden konnte. Samourai du Thot, der im Stall nur Sam genannt wird, sei mittlerweile erwachsen geworden, erzählt die Nachwuchsführungskraft bei der FN, die derzeit auch ihren Diplom-Trainer an der Sporthochschule in Köln macht. „Er war immer ein sehr lustiges Pferd, konnte bocken, quietschte und wieherte im Gelände, aber mittlerweile weiß er, wenn es ernst wird. Er war im Gelände voll bei mir, obwohl in die Atmosphäre beeindruckt hat – aber im positiven Sinne. Die Ehrung hat er auch voll genossen.“ Der neunjährige französische Wallach v. Milor Landais ging Ende letzten Jahres seine erste Drei-Sterne und soll nun in Strzegom über die erste lange Drei-Sterne-Prüfung seine Quali für vier Sterne bekommen.

Mit einem Endergebnis von 37,4 Punkten konnte Krajewski Seriensieger Michael Jung mit Halunke FBW hinter sich lassen (42,1 Punkte). Doch auch der aktuelle Kentucky-Sieger war nicht unzufrieden mit sich und seinem EM-Siegerpferd von 2013: „Er hat mir ein tolles Gefühl gegeben. Hier in Wiesbaden haben wir in Dressur und Springen richtige Championatsatmosphäre, was gut ist für weitere Aufgaben.“ Der Württemberger Wallach, der lange Zeit nicht im Sport zu sehen war, war schon im vergangenen Jahr in der zweiten Saisonhälfte wieder im Training, doch erklärte Jung, dass es sich nicht gelohnt hätte, ihn dann noch voll aufzutrainieren. Sein Plan für Halunke FBW: vermutlich die selbe lange Drei-Sterne, die auch Julia Krajewski anpeilt – nämlich in Strzegom.

Platz drei in Wiesbaden ging an Andreas Dibowski mit FRH Butts Avedon. Avedon, der eigentlich in Kentucky in diesem Jahr starten sollte, dann aber aufgrund der Quarantäne-Vorschriften nicht anreiste, geht nun ein Alternativ-Programm bis Luhmühlen und war somit im Biebricher Schlosspark dabei. „Ich war nicht sicher, ob dieses Turnier für ihn geeignet ist“, gab Dibo im Anschluss zu. „Eben weil das hier sehr speziell ist von den Anforderungen in Dressur und Springen. Aber seine Beständigkeit hat am Ende den Ausschlag gegeben. Das war eine gute Probe für Luhmühlen und ich bin jetzt sehr optimistisch für seinen Einsatz.“

Ein Lob für die Veranstaltung kam auch vom deutschen Bundestrainer Hans Melzer: „Es ist toll, dass wir hier sein dürfen. Es ist für uns was besonderes, in so ein Turnier wie hier oder Aachen integriert zu sein. Die Schlossatmosphäre ist wahnsinnig schwer, aber die Stimmung ist auch so gut im Gelände, dass man einen echten Kick als Reiter und Pferd kriegt.“ Dem schloss sich Geländebauer Rüdiger Schwarz an: „Wir sind froh, dass wir unseren Sport hier demonstrieren können. Wir sind ja auch von guten Kritiken abhängig mit unserem Sport und mittlerweile hat sich die Prüfung zu einer entwickelt, die ansehbar ist und die unseren Sport darstellt, wie wir ihn haben wollen. Eventuell können wir in Zukunft auch etwas anziehen von der Schwierigkeit, aber das richtet sich auch nach dem Starterfeld.“

Zumindest könnte es im nächsten Jahr eine positive Überraschung für die Wiesbadener Vielseitigkeit geben: Es deutet sich an, dass im nächsten Jahr eine zusätzliche Schleife mit hinzu kommt.

Foto: Stefan Lafrentz