Isabell Werth & Weihegold OLD

Isabell Werth mit nahezu perfektem Kür-Sieg in Aachener Soers

Es waren nicht ganz die 90 Prozent, aber “gefühlte 90″, lachte Isabell Werth überglücklich nach ihrem Erfolg in der Grand Prix Kür beim CHIO Aachen. Die Olympia-Zweite von Rio und Weihegold OLD zeigten eine Kür nahe der Perfektion und wurden dafür mit 89,675 Prozent belohnt. Fehlerfrei steuerte die Ausnahmereiterin ihre Stute durch die Prüfung mit einer Piaffe-Passage-Tour, die derzeit ihresgleichen sucht. Für die Übergänge hätte Evi Eisenhardt, Chefrichterin der Prüfung, sogar gerne die 11 gezückt, wie sie hinterher sagte. Dass ihr die US-Amerikanerin Laura Graves mit Verdades nach dieser Vorlage nicht wirklich gefährlich werden konnte, wusste dann auch Werth: “Aber in einer Schlacht werden immer erst am Ende die Toten gezählt. Wobei ich mir kaum vorstellen konnte, dass sie mich wieder toppt.” Im Special hatte Werth Fehler, Laura Graves nicht. Diesmal war es anders herum und die US-Amerikanerin und der KWPN Wallach wurden mit 82,550 Prozent Dritte. Fehler in den den Einerwechseln waren teuer und auch im Trab zum Schluss galoppierte Verdades einmal an. “Es war komplett fair, wie es heute ausgegangen ist”, zeigte sich Graves als faire Verliererin.

Isabell Werth betonte, wie sehr sie den Zweikampf zu schätzen weiß: “Wenn man sich gegenseitig puscht, ist das doch gut. Nur so kommen Höchstleistungen zustande. So muss der Sport sein.”

Sönke Rothenberger & Cosmo

Sönke Rothenberger & Cosmo

Platz zwei ging an diesem Tag an den gerade Mal 22-jährigen Sönke Rothenberger mit Cosmo. 85,750 Prozent – das hatte der Olympiagoldmedaillengewinner mit der Mannschaft noch nicht. Hätte sich Cosmo nicht einmal erschreckt, als er in die Zuschauer guckte, wären es noch ein paar Pünktchen mehr gewesen. Doch Rothenberger konnte ausnahmslos zufrieden sein: “Cosmo hat heute sein gesamtes Potenzial gezeigt.”

Mit ein paar Fehlern in der Prüfung wurde Dorothee Schneider mit Sammy Davis Jr. Elfte mit 75,075 Prozent, doch auch die EM-Nominierte war nicht unzufrieden: “Er war heute schon innerlich an, etwas wuschig und dann nicht so konzentriert. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Klar, mit den Fehlern kann man nicht zufrieden sein, aber mit dem Verlauf der Woche in Aachen schon sehr. Für Göteborg versuche ich noch, dass er etwas stabiler hinten drauf bleibt in den Pirouetten, dass er da mehr Kraft bekommt.”

Auch die deutsche Bundestrainerin Monica Theodorescu erklärte, dass man noch Hausaufgaben zu machen hätte: “Wir werden uns nicht ausruhen!”

Fotos: Stefan Lafrentz