Sönke Rothenberger & Cosmo

Frust und Freude bei Sönke Rothenberger: “Wenn man es jetzt nicht erkannt hat, weiß ich auch nicht mehr”

Sönke Rothenberger wirkte nach seinem zweiten Sieg in der Aachener Soers im Grand Prix Special mit Cosmo, der den Richtern 82,213 Prozent wert war, ziemlich zufrieden – und gleichzeitig war da auch Ärgernis zu spüren. Darüber, dass er nicht für das Nationenpreisteam nominiert wurde (weil Cosmo in Balve aufgrund einer Kolik nicht antreten konnte). “Ich glaube, wer an Cosmo gezweifelt hat, der wird nun keine Fragen mehr haben”, so Rothenberger klar. “Man muss uns schon auch das Vertrauen schenken, dass wir Punkte holen.” Zwei fehlerfreie Runden waren das Ziel für Aachen, so der Sieger, “und die positive Energie mitnehmen, wie er sie aktuell hat.” Gerne wäre er die Fünf-Sterne-Tour geritten, erklärte der Mannschaftsweltmeister von Tryon. “Ich hoffe, dass mir die Trainer nun das Vertrauen schenken”, so Rothenberger. Der Frust sitzt tief. “Ich habe wahrscheinlich das beste Pferd der Welt – wenn ich fehlerfrei reite, muss erstmal jemand an mir vorbei kommen”, stellte der Sieger des Grand Prix Special klar. “Wenn man es jetzt nicht erkannt hat, weiß ich auch nicht.”

Doch als Rothenberger über seinen Cosmo redete und seinen Ritt, dann war da einfach nur Glück: “Ich habe mich das ganze Wochenende mit ihm extrem wohl gefühlt. Ich bin hier ganz viel Schritt mit ihm in er Arena geritten und das hat mir ganz viel Gelassenheit gegeben, die Energie mit reinzunehmen und die in die richtige Wege zu leiten. Das war in der Vergangenheit ja nicht immer der Fall. Ich konnte alle Lektionen mit maximaler Kontrolle reiten, ohne dass es forciert wirkte. Ich konnte mich auch mal zurücklehnen. Früher war Cosmo oft unkontrollierbar.”

Mit einer fehlerfreien Runde gewann Rothenberger die Prüfung, in der man lediglich die etwas vorwärts gerittenen Piaffen bemängeln konnte – aber das war es dann auch. Anders sah es da aus bei Isabell Werth und Emilio, die mit 76,681 Prozent Zweite wurden, aber nicht ihren besten Tag hatten. Der Westfalen Wallach kam anfangs nicht zum Stehen, in der Schritttour fehlte es an Gelassenheit und in beiden Wechseltouren kam es zu Fehlern. Insgesamt fehlte es etwas an Harmonie an diesem Tag.

Platz drei ging an Jessica von Bredow-Werndl mit der KWPN Stute Zaire-E, die 76,191 Prozent erhielten. Dorothee Schneider und DSP Sammy Davis Jr wurden mit 73,830 Prozent Fünfte.

Foto: Stefan Lafrentz