„Er hat sich mehr zurück angefühlt“

82,800 Prozent für Matthias Alexander Rath und Totilas bei ihrem zweiten Turnier nach zweijähriger Abstinenz im Grand Prix in Wiesbaden. Prozente, die die beiden schon geholt haben, aber das Paar ist nun ein anderes: So entspannt hat man den schwarzen Hengst unter seinem Reiter noch nicht gesehen, die Entwicklung ist positiv und genau in die richtige Richtung. Die Piaffen sind deutlich weniger zirzensisch, sondern mit viel Ruhe vorbereitet. Der Trab ist nach wie vor exaltiert und auch ungleich im Vorderbein, die Wechsel etwas schwankend – aber das Gesamtbild der beiden überzeugt. „Es gibt grundsätzliche Dinge, an denen wir weiter arbeiten müssen“, erzählte der Sieger. „Aber ich bin einfach froh und glücklich, dass es so angelaufen ist und wir uns von Kapellen an sogar steigern konnten. Ich glaube, er hatte das Turnier in Kapellen gar nicht als Turnier verstanden. Hier war er jetzt deutlich frischer und wacher. Er hat sich angefühlt wie früher, ja, er hat sich mehr zurück angefühlt.“

Auch auf die Spekulationen, die in den zwei Jahren auftauchten – nämlich, dass Totilas vielleicht gar nicht ins Viereck zurückkehren würde – reagierte Matthias Rath: „Er hat immer gelebt. Wir selbst hatten nie die Befürchtung, dass er nicht wieder kommt. Wir wussten nur nicht, wann er wieder kommt.“

Chefrichterin in der Prüfung, die Britin Isobel Wessels, zeigte sich froh über das Comeback der beiden: „Wir sind alle zufrieden. Es ist schön, dieses tolle Pferd wieder zu sehen. Die beiden hatten so viele Highlights und das Bild, das die beiden abgeben, ist wirklich toll. Ich hatte das Pferd mit Edward sehr viele Male gerichtet und ein paar Mal auch mit Matthias. Es ist schön zu sehen, welche Partnerschaft die beiden nun entwickelt haben.“

Die Entwicklung im Sport soll – wie der Reiter aus Kronberg schon mehrfach betont hat – zukünftig im Fokus sein: „Das Sportliche steht die nächsten Jahre ganz klar im Vordergrund. Das Decken wird auch in Zukunft deshalb mehr in den Hintergrund treten.“ Zu seiner Zusammenarbeit mit dem Niederländer Sjef Janssen merkte er an: „Meist bin ich drei Tage die Woche in Holland – meine Frau sieht mich also nicht ganz so häufig. Klar war die Arbeit mit Sjef erstmal was Neues, wir mussten uns erst zusammen finden. Aber ich kann nur sagen, dass es sehr viel Spaß macht und er sich unglaublich viel Mühe gibt.“