Distanz

Ein totes Pferd nach Distanzreiten, mehr als die Hälfte in Behandlung

Einen Tag später als erwartet gab es eine Pressekonferenz zum abgesagten Distanzritt – um uns mehr Fakten zu geben, wie es hieß. Was man noch nicht sagen konnte: Warum am Start so viele Reiter in die falsche Richtung geleitet wurden. Dies wird weiter untersucht.

FEI Präsident Ingmar De Vos betonte, wie schwer ihnen die Entscheidung gefallen sei, das Rennen abzusagen, weil sie wüssten, welchen Aufwand die Reiter betrieben hätten und wie weit die meisten angereist seien. Gleichzeitig sei es eine leichte Entscheidung gewesen – nämlich für das Wohl des Pferdes. “Wir verstehen aber die Frustration der Reiter”, so De Vos. “Aber die Offiziellen haben unseren Sport gerettet. Wir sind oft dafür kritisiert worden, dass das Pferdewohl nicht an erster Stelle steht.”

Der Einspruch des Spanischen Teams wurde abgelehnt. Sie hatten dafür plädiert, Medaillen zu verteilen – zu dem Stand des Abbruchs des Rittes. Dazu werde es aber nicht kommen, so De Vos, da keiner die Distanz geritten sei.

Fakten, die uns gegeben wurden: 15 Pferde haben bereits den ersten Vet-Check noch vor dem Rennen nicht bestanden, vier haben zudem selbst zurückgezogen. So gingen 95 Pferde an den Start. Während des Rennens waren 53 (!) Pferde in der Klinik in Behandlung, 32 davon wurden intravinös behandelt mit jeweils 20 bis 40 Litern. Zwei Pferde hatten leichte Koliken, ein weiteres Nierenprobleme. Ein Pferd musste eingeschläfert werden. Warum, das sollen wir aus einem offiziellen Statement erfahren.

Der Grund für den Abbruch wurde noch einmal betont: Die schwierigen klimatischen Bedingungen, die so in den letzten drei Jahren – die sie beobachtet hätten – so nicht gewesen seien. Man habe die Spiele extra nach hinten in den September verschoeben, aber dennoch seien die Temperaturen zehn Prozent höher als in den letzten Jahren – eine Menge.

Auf die Frage, ob es in der Zukunft weitere WEG geben würde, antwortete der Präsident: “Das ist eine gute Frage. Es ist zu früh, etwas dazu zu sagen. Aber wir werden darüber nachdenken, ob und in welchem Format es welche geben könnte. Nach Caen waren sich aber alle einig, dass es weitere geben soll. Und es gibt noch Interessenten, die die Spiele ausrichten wollen.”

Foto: Lafrentz