Charlott Dujardin & Valegro

Die Titelverteidiger glänzen beim Weltcup-Finale in Las Vegas

Sie kamen als Titelverteidiger und absolute Favoriten zum Weltcup-Finale in Las Vegas: Charlotte Dujardin (GBR) und Valegro. Und sie konnten die Erwartungen am Eröffnungstag des Reem Acra FEI Weltcup Dressur im Thomas & Mack Centre in Las Vegas im Grand Prix auch voll erfüllen. Über sechs Prozent betrug am Ende ihr Vorsprung gegenüber dem Niederländer Edward Gal mit Glock’s Undercover N.O.P. 85,414 Prozent erhielt die Olympiasiegerin mit dem 13-jährigen Negro-Sohn, für Gal waren es 79,057 Prozent.
Edward Gal & Glock's Undercover

Edward Gal & Glock’s Undercover

Doch es gab auch eine große Überraschung des Abends, und die hieß Steffen Peters. Der Amerikaner konnte vor seinem Heimpublikum mit dem 13-jährigen Legolas auf Platz drei einen grandiosen Erfolg feiern: 76,843 Prozent gab es für die beiden. Laura Graves, Teamkollegin von Peters, deren Potenzial von Verdades bereits bei den Weltreiterspielen in der Normandie klar wurde und die man vor Peters vermutlich eingeordnet hätte im Voraus, landete auf Rang fünf. “Er war bei 80 Prozent im Warm-Up”, erklärte Graves anschließend. “Aber als er in die Arena kam, wurde er sehr nervös, er war richtig heiß auf der ersten Mittellinie. Zum Glück kommen dann die Verstärkungen, wo man ihm ein bisschen von der Nervosität nehmen konnte, aber dann hat er irgendwas gesehen, einen Blitz von einem Fotoapparat, oder sonstwas. Insgesamt war er aber noch immer sehr gehorsam, er versuchte wirklich, mutig zu sein, deswegen bin ich schlussendlich zufrieden.”
Ein ganz anderes Level
Einen Spitzenplatz gab es auch für die deutsche Jessica von Bredow-Werndl mit ihrem 14-jährigen Gribaldi-Sohn Unee BB. Sie wurde Vierte mit 74,843 Prozent.  Ohne die Fehler in den Zweiwechseln wäre sogar noch mehr drin gewesen an Prozenten.
Doch mit Dujardin und Valegro kam das Paar in der Prüfung, das auf ein ganz anderes Level kam. Noch während der Woche war die britische Reiterin etwas nervös, weil der KWPN Wallach etwas flach über die letzten Tage gewesen sei, aber als die Spotlights angingen, war Valegro wieder der, den alle kennen und lieben. Die Siegerin erzählte: “Die Anreise war lang und das hat ihm zugesetzt, genauso der Temperaturunterschied. Aber heute wollte er wirklich wieder gehen. Ich glaube, er wusste genau, was er zu tun hat. Er lässt mich wirklich nie im Stich.”
Steffen Peter & Legolas

Steffen Peter & Legolas

Und auch Steffen Peters war überglücklich nach seiner Prüfung: “Das ist eine große Überraschung für viele – und für mich genauso.” Als der gebürtige Deutsche in Florida im Januar mit Legolas am Start war, ging vieles nicht so gut. Auch in der Normandie im vergangenen Jahr überzeugte das Paar noch nicht. “Wir hatten kaum 70 Prozent”, so Peters. “Deswegen wusste ich, dass wir uns drastisch verbessern müssen, um uns für Las Vegas zu qualifizieren.” Peters übte mit Legolas in besonderer Atmosphäre: Er ließ 100 Leute um ein Viereck platzieren, die Geräusche machten, spielte laue Musik ein – und offensichtlich half die Vorbereitung.
Der Zweitplatzierte Edward Gal (NED) berichtete wie Dujardin von den Problemen der Anreise: “Das ist schon schwierig für die Pferde. Auch, dass man sie drei Tage nicht reiten kann, wenn sie in Quarantäne sind. Aber er fühlte sich ok an.”
Nun also kann man gespannt sein auf den Samstag: Da wird der Titel vergeben und die weiteren Medaillen, in der Kür!
Fotos: Hippofoto – Dirk Caremans