Kristina Sprehe and Desperados winning bronze

Der Zwischenstand in der Dressur: Sprehe vor Minderhoud und Hester

Die Augen leuchteten auch noch Stunden nach dem Ritt von Kristina Sprehe groß: Sie führt nach dem ersten Tag die Wertung im Grand Prix mit deutlichen 78,814 Prozent an, ebenso das Team Deutschland vor Holland und Großbritannien. “Das war der beste internationale Grand Prix seit langem”, erzählte die Reiterin von Desperados FRH. Ihr Hannoveraner Hengst zeigte sich bei seinem ersten Auftritt in hervorragender Form, schön in der Anlehnung und immer aufmerksam.

Hans Peter Minderhoud und Glock's Johnson

Platz zwei: Hans Peter Minderhoud und Glock’s Johnson

An zweiter Stelle nach dem ersten Tag rangiert Hans Peter Minderhoud mit dem zwölfjährigen KWPN Hengst Glock’s Johnson TN. 74,357 Prozent stehen auf ihrem Konto – und das, obwohl die beiden mit dem vielleicht heftigsten Niederschlag am Tag zu kämpfen hatten. “Wir sind lange im Zelt beim Abreiten geblieben. Der Boden im Stadion war zwar nicht rutschig, aber er zog nicht richtig. Das habe ich am Anfang im ersten Trab gemerkt – der war nicht so ausdrucksvoll wie er sein könnte. Aber er das wurde schnell besser.” Bereits dreijährig kam der Jazz-Sohn in den Stall von Minderhoud und hat seitdem nicht allzu viel im Sport gemacht, sondern vor allem in der Zucht. “Aber nun hat er einen richtigen Schritt in den großen Sport gemacht”, so der Niederländer. “Er hat sich unglaublich gut entwickelt. Ich bin richtig stolz auf ihn.”

Ein glücklicher Carl Hester mit Nip Tuck

Ein glücklicher Carl Hester mit Nip Tuck

Mit 74,186 Prozent derzeit auf Rang drei liegt der Brite Carl Hester mit Nip Tuck. Der KWPN Wallach, der jetzt zehn Jahre alt ist, kam schon mit einem Jahr zu Carl Hester, der ihn damals für 1.000 Euro kaufte. “Manche sagen ja, es gibt so etwas wie das Pferd des Lebens – und vielleicht ist er das. Ich liebe es einfach, ihn zu reiten. Er hat so viel Energie. Er ist sicherlich kein Medaillenpferd – noch nicht – aber er ist ein Arbeiter. Es gibt viel zu verbessern, daran werden wir weiter arbeiten. Aber die Mitbesitzerin und ich haben immer an das Pferd geglaubt und heute werden wir sicher bis zum Umfallen trinken.” Mehr als erwartet – das ist das Ergebnis, das die beiden an diesem Tag holten. Und auch wenn Hester daran glaubt, dass er mit Dancing with Wolves oder Uthopia mehr Prozente hätte holen können, fiel die Entscheidung auf Nip Tuck: “Ich wusste, dass ich ihm vertrauen kann. Garreth als erster Reiter hat nämlich ein sensibles Pferd und deswegen brauchten wir ein weiteres sicheres. Und ihn kenne ich schon so lange. Er ist zwar etwas naiv, aber wie ein großer Teddybär. Allerdings war er ganz schön nervös. Als wir durch den Tunnel ins Stadion kamen und der Applaus so groß war, dachte ich: Das ist das Ende meiner Prüfung! Aber wie soll man ein Pferd darauf vorbereiten, durch einen Tunnel in so ein Stadion zu reiten? Manchmal denke ich vor so einer Situation nur: Bitte, Gott, ich hoffe, du hast mir zugehört!” Vor 24 Jahren im Übrigen ist Carl Hester schon die ersten Weltreiterspiele geritten – in Stockholm. Sein Vergleich: “Damals waren die Aufgaben viel leichter, aber heute sind die Noten höher.”