Kristina Bröring-Sprehe & Desperados FRH

Bröring-Sprehe gewinnt Special – Deutschland den Nationenpreis

Es war ein Sieg für die deutsche Dressurmannschaft in der Aachener Soers, der seinesgleichen sucht. Mit 492,598 Punkten siegt die schwarz-rot-goldene Equipe vor dem Team aus der USA mit 437,139 Punkten und Dänemark mit 430,418 Punkten. Allerdings, das muss man auch sagen, fehlten die großen Namen aus dem Ausland. An dem Potenzial der deutschen Mannschaft ändert das allerdings nicht – alle vier Reiter sind in der Lage, 80 Prozent zu reiten.

Die deutsche Equipe im Special führte diesmal Kristina Bröring-Sprehe mit dem Hannoveraner Hengst Desperados FRH an. Mit 83,725 Prozent setzte sie sich an die Spitze – trotz kleinerer Fehler bei der ersten Grußaufstellung und in den Zweier-Wechseln. Allerdings hatten auch, wie schon im Grand Prix, die Mannschaftskollegen Fehler in den Wechseltouren. So auch Dorothee Schneider mit Showtime in den Einerwechseln.

Dorothee Schneider & Showtime

Dorothee Schneider & Showtime

Ansonsten aber zeigte sich deren Hannoveraner Wallach hervorragend, brachte das Publikum in den Passagen zum Raunen (erneut wurden hier einige 10er gezogen) und wurde von zwei Richtern sogar auf den ersten Platz gesetzt. Mit 81,902 Prozent war es dann aber “nur” Rang zwei. Dorothee Schneider, die mit ihren Leistungen nach London 2012 (damals mit Diva Royal) wieder auf den Olympia-Zug aufgesprungen ist, ist überglücklich: “Er ist einfach ein tolles Pferd. Er war heute so vor mir.” Ein sehr routiniertes Programm bekommt der zehnjährige Sandro Hit-Sohn Zuhause, kommt häufig raus, um seine Mitte zu finden. Dennoch war die riesige Dressur-Arena eine besondere Herausforderungen für den Großgewachsenen, wie seine Reiterin bestätigte: “Er fragte mich quasi ‘Können wir da wirklich reingehen?’ – ich habe ‘Ja’ gesagt und dann macht er es. Von Prüfung zu Prüfung ist er mehr konzentriert und bei mir.”

Isabell Werth & Weihegold OLD

Isabell Werth & Weihegold OLD

Platz drei im Special ging an Isabell Werth mit Weihegold OLD (80,686 Prozent). Auch bei ihr waren die Zweier-Wechsel fehlerbehaftet, zudem hatte Werth Probleme in den ersten Piaffen mit der elfjährigen Oldenburger Stute. “Ich bin heute gar nicht mit mir zufrieden”, schüttelte die Rheinländerin den Kopf. “Das Fine-Tuning im Warm-Up hat heute nicht gestimmt. Ich habe viel zu früh mit den Übergängen angefangen, wo ich eigentlich noch in der Galopparbeit bin in der Vorbereitung – und dafür war Weihegold noch gar nicht bereit. Sie hat dadurch etwas Kraft und Leichtigkeit verloren. Dann hat sie sich nicht so selbstbewusst gefühlt und war verunsichert. Die zweite Piaffe habe ich daher etwas länger ausgeführt, das war eine vertrauensbildende Maßnahme. Jetzt hoffe ich, dass ich dieses Gefühl morgen nicht mehr aufkommen lasse. Das Pferd war nämlich top drauf.”

Sönke Rothenberger & Cosmo

Sönke Rothenberger & Cosmo

Der vierte Mannschaftsreiter, Sönke Rothenberger, der mit Cosmo im Anschluss sein Go für Rio bekam, wurde im Special Fünfter hinter Steffen Peters mit Legolas. Mit 76,412 Prozent wurde Rothenberger bewertet, der in den Einer- und Zweierwechseln Probleme hatte. Jedoch war die Vorstellung eine deutliche Verbesserung zum Grand Prix, in dem der KWPN Wallach einmal zu sensibel reagierte und explodierte. “Ich habe ihn ganz viel Spazieren geführt, und habe Traversalen geritten und ihn damit etwas desensibilisiert.”

Für Rothenberger und Cosmo ist jetzt allerdings Schluss in Aachen – nur die besten drei Reiter einer Nation reiten in Aachen noch die Kür. Der 22-Jährige darf sich nun aber auf seinen olympischen Einsatz freuen.

Fotos: Karl-Heinz Frieler