Ben Winter stirbt nach Sturz in Luhmühlen

Was für ein schrecklicher Tag in Luhmühlen bei der internationalen Vielseitigkeit: Benjamin Winter starb in Folge eines Sturzes mit Ispo an schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus. Noch zuvor hatte er den Kurs fehlerfrei mit Wild Thing überwunden, postete seine Glücksgefühle nach dem Ritt bei Facebook, doch wenige Zeit später der folgenschwere Unfall… Benni Winter galt als eins der größten Talente der deutschen Vielseitigkeit. Seit 2009 war Winter in Warendorf, war dort am Bundesleitungszentrum des DOKR, wo er als Mitglied der Perspektivgruppe Vielseitigkeit trainierte und den Beruf Pferdewirt erlernte. Als Junger Reiter gewann Benni Winter Medaillen mit der Mannschaft, 2011 war er erstmals im Aufgebot bei den Senioren und wurde 13. mit Wild Thing bei der EM in Luhmühlen. Auch im vergangenen Jahr war als Sportsoldat bei der EM in Malmö am Start und belegte Platz 18 mit Ispo.

Die Reaktionen nach dem tragischen Unglück waren überall dieselben: große Trauer. Benni Winter war ein Mensch, den jeder, der ihn kannte, sofort in sein Herz geschlossen hat. Immer war er höflich, für jeden hatte er ein freundliches Lachen auf den Lippen.

In Luhmühlen selbst kam die große Frage auf, wie es mit dem Turnier weitergehen würde, doch Sybille Winter, Bennis Mutter, bat um eine Fortsetzung des Turniers: „Ben hat für die Pferde und den Vielseitigkeitssport gelebt. Er hat sich so auf die Vier-Stern hier in Luhmühlen gefreut, dafür hat er viele Jahre trainiert. Mein Sohn würde sich daher wünschen, dass das Turnier fortgesetzt wird. Seine größte Sorge wäre vielmehr, dass sein Unfall dazu führen könnte, dass sein Sport in der Öffentlichkeit schlecht geredet wird. Bitte respektieren Sie diesen Wunsch meines Sohnes.“

Der Sport selbst in Luhmühlen geriet dennoch völlig in den Hintergrund. Die Vier-Sterne-Prüfung gewann der Neuseeländer Tim Price mit Wesko, Andrew Hoy konnte die Drei-Sterne-Prüfung mit Cheeky Calimbo für sich entscheiden. Die Siegerehrung wurde ohne Musik abgehalten, es wurde in Trauerflor geritten – und am Morgen vor den Springprüfungen fanden sich Reiter und Offizielle zu einer Trauerfeier im Springstadion ein.