Laura Graves & Verdades

Ankündigung wahr gemacht: Graves schlägt Werth

Viele hatten die Ankündigung der US-Amerikanerin belächelt, als sie vor Aachen sagte, dass sie Isabell Werth schlagen wollte. Nun ist die “Drohung” wahr geworden: Die Olympia-Dritte von Rio setzte sich mit einer fehlerfreien Runde im Grand Prix Special beim CHIO Aachen mit dem 15-jährigen KWPN Wallach Verdades mit 81,824 Prozent an die Spitze. Isabell Werth und Weihegold OLD hingegen hatten Fehler in den Zweier-Wechseln und wurden so mit 81,059 Prozent Zweite. Sönke Rothenberger hatte mit einem in der Schritttour abgelenkten Cosmo zu tun und zudem Fehler in den Einerwechseln – damit waren es “nur” 78,314 Prozent und Platz drei für die beiden.

Die Deutschen siegten nach Grand Prix und Special mit deutlichen 471,046 Prozent vor den USA mit 450,392 Prozent. Schweden erkämpfte sich knapp Platz drei mit 437,635 Prozent vor Dänemark mit 436,183 Prozent.

Die Siegerin erklärte anschließend: “Heute war einfach unser Tag. Ich habe nichts anders gemacht als sonst. Ich könnte nicht zufriedener sein. Aber mir geht es nicht nur ums Gewinnen, sondern darum, mich immer weiter zu verbessern.” Auch Isabell Werth war nicht unzufrieden: “Ich habe einfach gemerkt, dass das der erste Special für Weihegold nach Rio war. Sie kam jetzt nicht um die Ecke und sage: ‘Ja, Mama, ich weiß, was ich zu tun habe.’ Sie war etwas unsicher, aber das war kein Drama. Sie benötigt einfach etwas mehr Vertrauen. Die Fehler in den Zweierwechseln waren meine. Wir werden zu Hause noch etwas mehr bis zur Euro die Dinge aus dem Special trainieren.”

Mit dem Pferd zufrieden war der Bad Homburger Sönke Rothenberger, doch mit den Fehlern haderte er: “Diese Kleinigkeiten sind alle extrem teuer.”  Richtig zufrieden zeigte sich die dritte Teamreiterin, Dorothee Schneider, mit Sammy Davis jr: “Vor vier Monaten war er ein internationaler Nobody und nun steht er hier im Team von Aachen. Im Grand Prix hat er mich quasi noch gefragt, was er zu tun hat, aber heute war er wirklich vor mir. Ich bin total happy.”

Hubertus Schmidt erlebte mit Imperio einen weiteren schwarzen Tag – mit 69,451 Prozent waren die Hoffnungen auf eine EM-Nominierung endgültig begraben. “Im Grand Prix hatte ich schon Druck verspürt”, so der 57-Jährige. “Aber heute bin ich eigentlich mit einem guten Gefühl reingeritten. Heute habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass er mir da wieder im Trab gegen die Hand geht.” Dass Helen Langehanenberg nach ihren Leistungen mit Damsey nun die Vierte im Team sein wird, ist für Schmidt klar: “Sie gehört ins Team. Das ist ganz klar!”

Foto: Stefan Lafrentz