Pato Muente & Zera

Unfassbar: Pato Muente gewinnt Hamburger Derby

Er wusste wirklich nicht, was er sagen sollte: Kein Mecklenburger, kein Holsteiner, nein, ein Argentinier, der für Slowenien reitet und in Timmerloh lebt, siegte im diesjährigen Hamburger Derby, dem schwersten Springparcours der Welt. Pato Muente heißt der 43-Jährige und unterwegs war er mit der zehnjährigen Zera v. Cero. Schon im vergangenen Jahr waren die beiden in Derby-Laune und wurden Dritte. Nun ging ein Traum für Muente in Erfüllung: “Vor mehr als 40 Jahren hat ein Colonel als erster argentinischer Reiter vor mir den Stilpreis hier in Hamburg gewonnen, letztes Jahr dann ich und jetzt das Derby – es ist so fantastisch. Ich war sehr stolz, als mir alle gesagt haben, dass meine Runde wie eine Stilspringprüfung aussah.” Wie kommt seine Internationalität zustande, fragt sich wohl einer: In Argentinien ist Muente aufgewachsen, seine Mutter allerdings ist Slovenin und seit sieben Jahren lebt der Reiter mit seiner Familie in Timmerloh auf dem Hof seines Schwiegervaters Hans-Jürgen Armbrust.

Am Ende hatte Muente das Derby im Stechen gewonnen, das drei Paare erreicht hatten. Platz zeig ging an Gilbert Tillmann und Claus-Dieter. Ja, so heißt das Pferd wirklich, nach dem Namen seines Züchters. 2013 konnte Tillmann mit Hello Max das Derby gewinnen, nun hat er mit dem erst achtjährigen Holsteiner, den er übrigens erst sechs Wochen reitet, einen echten Derby-Nachfolger im Stall. “Ich habe heute zum ersten Mal ein Stechen so mit ihm geritten wie man ein Stechen reitet – und ich hätte nicht gedacht, dass er so schnell ist.” Schneller als Muente war Tillmann, aber nicht fehlerfrei. Dritter wurde Nisse Lüneburg, ebenso schon Derby-Sieger, mit dem auch sehr jungen, neunjährigen Cordillo v. Corrido.

Foto: Karl-Heinz Frieler