Steve Guerdat und weitere Top-Reiter üben heftige Kritik an FEI

Die Generalversammlung des International Jumping Riders Club (IJRC) in Genf wurde zu einer kritischen Stunde für die FEI. Angeführt von Steve Guerdat, äußerten einige der Top-Reiter heftige Kritik an der FEI, die bei der Versammlung durch die Generalsekretärin Sabrina Ibáñez vertreten war. Der Grund: Die Änderungen des Olympischen Formates (in erster Linie die Reduktion der Teams von vier auf drei Reiter ohne Streichergebnis) verbunden mit der Haltung des Weltverbandes zu den Stimmen der Reiter.

Die FEI argumentiert die Formatsänderungen mit der Notwendigkeit, dass das IOC mehr Nationen wolle – und die könne es nur geben, wenn weniger Athleten pro Team vertreten seien.

Guerdat äußerte gleicih zu Beginn, dass er enttäuscht sei, dass FEI-Präsident Ingmar De Vos nicht zu dem Treffen gekommen sei und dass dies ein Zeichen von fehlendem Respekt ihm und den anderen Reitern gegenüber sei. “Ich möchte nicht arrogant sein”, so der Schweizer, “aber ich denke, die FEI sollte hören, was wir sagen, weil keiner von euch da wäre ohne uns Reiter.”

Der Olympiasieger von 2012 führte an, dass man mehrfach versucht habe, der FEI Vorschläge zu machen für die Generalversammlung, die in Tokyo stattfand. Der IJRC habe 12-14 Teams mit je vier Reitern vorgeschlagen, um dann genug Plätze für Einzelreiter verschiedener Nationen zu haben. Guerdat führte weiter aus, dass man nicht einfach Reiter irgendwelcher Nationen bei Olympischen Spielen sehen wolle: “Wer in Barcelona das B-Finale gesehen hat, der konnte sehen, dass dort viele Teams Probleme hatten, den Kurs zu bewältigen. Wer sagt, dass diese Teams das Level haben, was wir auf Olympischen Spielen sehen wollen, dem fehlt es meiner Meinung nach an Wissen”, so Steve Guerdat. Auch der Ire Cian O’Connor wurde deutlich in Richtung FEI: “In Zeiten von Universalität sahen wir in diesem Jahr einige neue Flaggen bei den Olympischen Spielen, die fünf Abwürfe hatten – ist das guter Sport? Ihr bringt hier Leute ins Spiel, die – A – nicht bereit sind, solche Kurse zu springen, und  – B – den Parcoursbauer dazu zwingen, das Level niedriger anzulegen. Das sind dann aber nicht mehr die Olympischen Spiele. Es wird verwässert.”

Die Generalsekretärin Sabrina Ibáñez erklärte in Reaktion zunächst, dass man die Reiter von Seiten der FEI respektiere. Sie führte fort, dass der Vorschlag, wie man ihn jetzt an das IOC gebe, aber einfach eine mathematische Rechnung sei. “Sie haben uns ganz einfach gesagt, dass wir 200 Plätze haben und wir damit klar kommen müssen. 75 für das Springen, 65 für die Dressur und 60 für die Vielseitigkeit. Deswegen war die einzige Lösung, um mehr Nationen ins Spiel zu springen, diese, wie wir sie jetzt haben.”

Quelle: grandprix-replay.com – noellefloyd.com