Wayne Channon, Steve Guerdat, Cesar Hirsch

Steve Guerdat appelliert an das Horsemanship beim FEI Sports Forum

“Wir müssen offen und transparent sein”, eröffnete FEI Präsident Ingmar de Vos das FEI Sports Forum in Lausanne, “wenn wir Dinge diskutieren, die die Intention haben und mit großer Wahrscheinlichkeit die Zukunft unseres Sports beeinflussen.”

Eine Rekordteilnehmerzahl von 320 Delegierten mit Repräsentanten vom IOC, den nationalen Föderationen, edem Verband der Föderationen der Olympischen Sommerspiele, Interessenvertreter, Sponsoren, Reiter, Trainer, Medien und Gäste waren gekommen, um am FEI Sports Forum teilzunehmen.

Der Eröffnungstag gestern galt den FEI-Offiziellen, dem Weg ihrer Karriere und ihrer Ausbildung. “Die Offiziellen haben eine wichtige Rolle in unserem Sport und ohne sie wäre unser Sport nicht möglich. Sie sind essentiell, wenn es darum geht, die Fairness in unserem Sport sicherzustellen”, so Ingmar de Vos.

Als ein Thema kam die Altersgrenze der Offiziellen auf die Agenda, zu der sich Vicki Glynn, Chief Executive Officer der neuseeländischen Föderation äußerte: “Rechtlich haben wir es mit einer Altersdiskriminierung bei uns zu tun. Wir müssen das Alterslimit aufheben. Wir sind eine von nur zwei Organisationen, die eine Altersgrenze für Offizielle hat. Wir sollten viel mehr einen Prozess einführen, der ähnlich dem von manchen Ländern ist, wenn es darum geht, die Fahrerlaubnis zu verlängern, wenn man einen Augentest und medizinischen Check machen muss.”

Was den Delegierten wichtig war: Dass von Seiten der FEI mehr Unterstützung für die Offiziellen kommt, um ein wachsendes Verständnis für den Sport und die korrekte Anwendung des FEI Reglements erfolgt. Training und Ausbildung seien Schlüsselstellen für die Entwicklung und das Verständnis des Sports.

“Menschen müssen es lernen, sich an Verfahren zu halten, Richter auch, aber eine Sache dürfen wir nicht vergessen: Diese Leute sollten Horsemanship haben”, erklärte Olympiasieger Steve Guerdat (SUI). “Ja, wir brauchen Regeln, die Regeln sind schwarz und weiß, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein Pferd in unserem Sport haben, ein Tier, und die Offiziellen müssen die Bedeutung des Horsemanship verstehen.”

Gleichzeitig ging es darum in der zweiten Session, wie man die Offiziellen besser ausbildet, dabei die Kosten im Auge behält, die Qualität aber nicht verliert und einheitliche Standards hat. “Die Reiter wollen gute Richter haben, damit wir fairen Sport haben. Wir wollen sauberen Sport und gute Richter”, so Guerdat. “Leider brauchen wir dafür Geld und ich verstehe, dass es sehr teuer ist. Ich hätte kein Problem, einen Teil meines Preisgeldes dafür auszugeben, aber ich bin mir sicher, dass ich einer von wenigen Reitern bin.” Der Schweizer führte fort: “Auf diesen Leuten ist ein enormer Druck, die müssen große Entscheidungen treffen. Vielleicht können wir ihnen dabei helfen, eine Art Panel zu kreieren, das dabei hilft, solche Entscheidungen zu treffen. Das sollten nicht nur die Stewards und Richter sein, sondern vielleicht auch ein Tierarzt, ein Reiter und eine unabhängige Person in so einem Panel.”

Rocio Echeverri, ein Diskussionsteilnehmer, hingegen meinte: “Ich glaube nicht, dass jemand auf freiwilliger Basis weniger oder mehr professionell ist. Als Offizieller muss ich mit 100 Prozent hinter der Sache stehen, ob ich bezahlt werde oder nicht. Mehr Geld zu bekommen, macht uns nicht zu besseren Offiziellen. Es geht um Ethik. Aus meiner Sicht macht die Bezahlung keinen Offiziellen besser.”

Wayne Channon, der als einziger äußerte, dass alle Richter von der FEI benannt werden sollte, führte an: “Wir möchten nicht Qualität für Quantität opfern, oder Qualität für Kosten. Qualität ist ein Investment.”

FEI Generalsekretärin Sabrina Ibanez sagte: “Die Vorschläge werden is Bureau eingebracht und eine Task Force gebildet, die die einzelnen Themenblöcke betrachten wird. Wir werden konkrete Maßnahmen vorschlagen.”

Foto: FEI/Richard Juilliart