Rio 2016

Só Alegria: Verlorene Socken, kaputte Rasierer und neues in Sachen Toiletten

Ja, langsam haben wir uns mit den Gegebenheiten vor Ort arrangiert. Der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier und nach und nach lernt man, sich mit den Dingen abzufinden, so wie sie sind. Allerdings bin ich heute morgen dann doch mal zur Rezeption gegangen, nachdem mein Zimmer nun vier Tage von keiner Reinigungskraft aufgesucht wurde.

Mit dem Blick auf die Hygiene gibt es auch Neues in Sachen Toiletten zu berichten: Ja, es ist fast nicht zu glauben – wir können nun die Toilettentüren verschließen. Es wurden tatsächlich noch Schlitze für die schon lange vorhandenen Riegel eingearbeitet. Toll! Da fühlt man sich doch gleich etwas behaglicher. Dafür allerdings wurde uns von dem ohnehin schon knapp bemessenen Platz auf der Toilette noch mehr genommen.

Nein, da sollte man keinen Blick reinwerfen

Nein, da sollte man keinen Blick reinwerfen

Ein Abfalleimer steht nun in jeder Zelle. Und was für einer. Nachdem auch seit gestern der Hinweis “Bitte kein Papier in die Toilette schmeißen” am Toilettenwagen angebracht wurde, wissen wir nach den Ausführungen vom Dressur-Equipechef Klaus Roeser, was es damit auf sich hat: Das Toilettenpapier gehört hier in Brasilien nicht in die Toilette, sondern in den Abfalleimer. Ok, wir möchten gar nicht weiter darüber nachdenken…

Andere Sorgen hat aktuell Andreas Ostholt. Der hat mit Ingrid Klimke einen Sack Wäsche abgegeben – der ist allerdings nie wieder aufgetaucht. Nun heißt es für ihn, mit zwei Paar Socken und drei T-Shirts über die restlichen Tage auszukommen.

Erst noch einen neuen Rasierer musste sich William Fox-Pitt organisieren. Der ist auf dem Weg nach Rio kaputt gegangen und der aktuell Führende vor dem Gelände entschuldigte sich in der Mixed Zone nach der Dressur höflich, dass er nicht rasiert sei. Noch habe er keinen Rasierer kaufen können. Naja, Bärte sind ja aktuell im Trend.

Wie fest ist der Boden bzw. wie weich?

Wie fest ist der Boden bzw. wie weich?

Beim Geländeabgehen gestern konnte man übrigens noch einige interessante Beobachtungen machen. Mit Bohrer-ähnlichen Gerätschaften werkelten einige Offizielle vor den Hindernissen rum. Schnell wurde uns Auskunft gegeben: Die Bodenfestigkeit wurde hiermit überprüft. Wow – in einigen Dingen ist uns Brasilien offensichtlich schon voraus. Was uns auch verwunderte:  An allen Hindernissen und Besucherübergängen sah man bereits überall Helfer sitzen. Als irgendwann die Trillerpfeifen zum Einsatz kamen, dachte man zunächst ‘Was ist jetzt los?’ Schnell klärte es sich auf: Das Pferd war auf der Strecke. Das Pferd? Ja, ein Quad! Mit dem übte man für den heutigen Geländetag.

Das Test-"Pferd"

Das Test-“Pferd”

Geübt wurde außerdem auch schon die Medaillenzeremonie. Zunächst die für die Mannschaften, dann für die Einzelwertung. Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Aber Medaillen gibt es ja erst morgen. Gerade wurden wir noch etwas in Aufruhr gebracht, als eine FEI-Mitarbeiterin fragte, ob es stimme, dass ein deutsches Pferd zurückgezogen wurde. Fehlmeldung. Dann heißt es nun also: Bereitmachen fürs Gelände und Daumen drücken!

Die Medaillenzeremonie wird geübt

Die Medaillenzeremonie wird geübt