Dorothee Schneider & Sammy Davis Jr.

Sammy Davis jr. kein “Angsthase” – Doro Schneider irritiert

Auf einmal ging ein Raunen durch das Dressurstadion beim CHIO Aachen, als Dorothee Schneider und Sammy Davis jr. die Galopptour begannen. Wie viele, fragte sich auch die Reiterin: “Was ist denn hier los? Habe ich mich verritten? Oder hat Sammy sein Schweiftoupet verloren? – Er hat aber gar keins!” Dann entdeckte auch Doro Schneider das, was für ein Raunen gesorgt hatte: Ein Hase hatte das Viereck gekreuzt und sich auf der kurzen Seite in den Blumen versteckt. Während der San Remo-Sohn unbeeindruckt blieb, war die Reiterin doch kurzzeitig so irritiert, dass ein Fehler in den Einerwechseln passierte. “Das war irgendwie komisch für mich”, so Schneider. “Deswegen war ich kurz unaufmerksam und wir hatten den Aussetzer in den Einern. Das geht aber auf mich.” Grundsätzlich durfte die Mannschaftseuropameisterin von Göteborg zufrieden sein mit dem Grand Prix ihres Sammy Davis jr. Aktuell liegen die beiden mit 75,916 Prozent auf dem dritten Rang hinter Mannschaftskollegin Helen Langehanenberg und der sehr starken Amerikanerin Kasey Perry-Glass mit Goerklintgaards Dublet (76,801 Prozent).

“Ich bin super happy, er hat mir ein ganz tolles Gefühl gegeben”, strahlte Schneider. Der Zwölfjährige zeigte sich viel mehr in Selbsthaltung als noch im vergangenen Jahr, hat deutlich an Kraft und Stabilität gewonnen. Zugleich ist er elastischer geworden.

Nachdem Schneider gestern nach Verletzungspause auch erstmals ihren Showtime in der I-Tour zeigte, stellt sich nun die Frage, wer die Nummer eins ist und für Tryon wohl am ehesten in Frage kommt. “Beides sind tolle Pferde und mir liegen beide am Herzen”, zeigte sich Schneider loyal gegenüber beiden. “Showtime hatte gestern noch etwas Spannung und im positiven Sinne Dampf unterm Kessel, er hat mehr Kraft aus dem Hinterbein, während Sammy mit seinem Charme und der Leichtfüßigkeit spielt. Aber wenn man sieht, dass Showtime gut über 80 Prozent gehen kann, könnte die Richtung klar sein. Das hatte ich mit Sammy noch nicht. Aber warten wir mal ab.”

Foto: Karl-Heinz Frieler