Sabotage im ungarischen Team: Doping, um ins Team zu kommen

Die FEI hat bekannt gegeben, dass die beiden Reiter Gabor Szabo Jr und Mariann Hugyecz aus Ungarn keine Strafe für ihre positiv getesteten Pferde Timpex Bolcsesz bzw. Chacco Boy erhalten. Der Grund: Man kann davon ausgehen, dass die Pferde von einem Konkurrenten bewusst gedopt wurden, damit er die Chance hat, in das Team für die Europameisterschaften zu kommen. Die FEI hat den Fall als “wahrlich außergewöhnlich” beschrieben.

Die beiden Pferde wurden bei einer Weltcup-Qualifikation in Bratislava im August letzten Jahres auf die verbotene Substanz Acepromazine getestet, ein Sedativum. Vor Ort hatten bereits beide Reiter die Ground Jury angesprochen und um einen Dopingtest gebeten, nachdem ihnen unübliche Symptome an ihren Pferden auffielen sowie Nadelstiche. Beide hatten daraufhin auch ihre Pferde vom Großen Preis zurückgezogen.

Zeugen sollen gesehen haben, wie Lazlo Toth Jnr, der für die EM-Equipe als Reserve nominiert war, die Box von Timpex Bolecsesz auf dem Turnier am 5. August verlassen haben soll. Ein Pfleger eines anderen Reiters sagte aus, er habe ihn mit einem Apfel und einer Spritze in die Box gehen sehen. Die Polizei wurde gerufen und Lazlo Toth Jnr daraufhin vom nationalen Verband gesperrt. Gleichzeitig bat der nationale Verband die FEI darum, Hugyecz und Szabo von Strafen auszunehmen. Die FEI fand die Erklärungen und Befunde schlüssig und wird darüber entscheiden, gegen Toth vorzugehen, sollte der nationale Verband weitere Beweise liefern.

Den ganzen Fall gibt es hier nachzulesen.