Hans-Thorben Rüder & Orlanda

Rüder und Werth Nummer eins bei der Baltic Horse Show

„Ich war noch ziemlich jung, als ich hier zum ersten Mal den Großen Preis gewonnen hab“, so Hans-Thorben Rüder aus dem westfälischen Greven, „inzwischen hab ich mir die ersten grauen Haare gezupft und gelernt, das man nicht andauernd so große Prüfungen gewinnt.“ Zum zweiten Mal gewann der 41 Jahre alte Profi, der auf Fehmarn aufgewachsen ist, die prestigeträchtigste Prüfung der gesamten Baltic Horse Show. Mit der 16 Jahre alten Holsteiner Halbblutstute Orlanda fegte Rüder in 32,53 Sekunden als neunter von 16 Startern durch das Stechen der schweren Prüfung und blieb ungeschlagen.

In einer sehr emotionalen Rede bedankte sich Rüder bei seinem „Heimpublikum“, denn trotz mehr als zehnjähriger Selbstständigkeit in Greven gilt der Springreiter nach wie vor als Holsteiner. Und er dankte dem Züchter und Besitzer von Orlanda, dem Bordesholmer Hans Borsim. „Seit sie sieben ist, habe ich sie und ein Verkauf stand bei Hans Borsim nie zur Diskussion, das ist durchaus nicht selbstverständlich“ so Rüder mit verdächtig wackelnder Stimme. Draußen vor der Halle hagelte es Glückwünsche für den gebürtigen Fehmarner und viele Umarmungen, denn die gesamte Familie Rüder und etliche Freunde waren zur Baltic Horse Show gekommen und sahen Hans-Thorben Rüder siegen.

Auch der zweitplatzierte Reiter konnte den Großen Preis, der vom Partner- und Wirtschaftskreis Holsteiner masters präsentiert wird, schon einmal gewinnen: Douglas Lindelöw aus Schweden gewann 2010 mit gerade mal 21 Jahren in Kiel, jetzt folgte mit dem gleichen Pferd, der 15-jährigen Stute Talina, Platz zwei im Großen Preis. „Ich komme hier gern her, nicht nur weil wir hier schon gewonnen haben, sondern weil es einfach ein schönes Turnier ist“, so Lindelöw. Dritter wurde der dänische WM-Teilnehmer Sören Pedersen mit Tailormade Chaloubet und Rang vier ging an einen der Publikumslieblinge, an Janne Friederike Meyer aus Hamburg mit ihrem Top-Pferd Goja.

Den krönenden Abschluss setzte das Fahrduell der Baltic Horse Show, präsentiert von der Spedition F.A. Kruse und dem Truckcenter Westküste Uhl. Und endlich ging auch hier der Sieg nach Schleswig-Holstein: Louise Hansen, Robert Blender und Mareike Harm gewannen vor Mecklenburg-Vorpommern und der internationalen Auswahl den Mannschaftswettbewerb im Weltcup-Stil über zwei Runden. Dabei fuhren die Vier- und Zweispänner das Publikum wie immer fast schwindelig…

Hoch zufrieden zeigten sich die Veranstalter der Baltic Horse Show. Stephan Johannsen und Peter Rathmann betonten unisono die sportliche Qualität und die großartige Stimmung. Rathmann: „Wir haben jeden Tag hervorragenden Sport gesehen, das kam richtig gut an. Aber der Mix muss stimmen. Ich sage ja immer, dass es das Reitturnier von vor zehn oder 20 Jahren nicht mehr gibt, Menschen wollen unterhalten werden und nicht nur ein Springen nach dem anderen sehen“. Genau diesen stimmigen Mix gelte es auch in Zukunft zu erhalten, unterstrich Johannsen.

Isabell Werth & El Santo NRW

Isabell Werth & El Santo NRW

Erlesene Cellagon Dressur Matinée
Isabell Werth (Rheinberg) kam, sah und siegte auch am zweiten Tag der Cellagon Dressur Matinée in Kiel, diesmal in der Grand Prix Kür mit El Santo NRW (82,16 Prozent). Die erst 22jährige Nadine Husenbeth aus Sottrum wurde zweite mit ihrem besten bisherigen Kürergebnis mit Florida (77, 68): „Klar ist man auch beeindruckt, wenn Isabell Werth auf der Starterliste steht, aber ich war fest entschlossen ihr das gewinnen nicht so leicht zu machen…“
Das fand Werth auch: „Das ist ihr auch gut gelungen. Ich finde tatsächlich, das es ein kleines und erlesenes Feld war hier in Kiel mit vielen guten jungen Leuten“. Die fünfmalige Olympiasiegerin und ihre Mitarbeiterin Beatrice Buchwald sorgten mit ihrer „Lernshow“ am Samstagabend für Freude beim Publikum. Wichtige Botschaft des Abends – auch schwerste Lektionen wie Piaffe und Passage sollten immer aus dem Vorwärts erarbeitet werden „denn“, so Werth „bremsen können wir alle“. Transparenz und Erklärung sei notwendig. „Die meist gestellte Frage von vielen Leuten an mich ist immer die, wie ein Pferd das lernt“, so Werth. Folgt man der Lehrstunde in der Halle ist es „eigentlich“ leicht….

(PM)

Fotos: Karl-Heinz Frieler