Jan Tops & Ingmar De Vos

Pressekonferenz: Jan Tops und Ingmar De Vos demonstrieren gemeinsame Stärke

Während sich in Bern Reiter und Funktionäre der European Equestrian Federation trafen, um die neuesten Entwicklungen im Springsport zu diskutieren und Mittel zu finden, um ihnen entgegen zu wirken, fand in Valkenswaard auf der Anlage von Jan Tops eine Pressekonferenz bezüglich der Zukunft der Global Champions Tour (GCT) und League (GCL) statt. FEI Präsident Ingmar De Vos, der bis Ende des vergangenen Jahres noch mit seinem Verband gegen das Format der GCL geklagt hatte, präsentierte sich Seite an Seite mit Jan Tops und demonstrierte neue Einigkeit. Im November hatten beide Seiten ein Memorandum of Understanding unterschrieben und die FEI das Regelwerk der GCL komplett anerkannt. Als Verlierer, so war die Nachfrage eines Journalisten, sehe er die FEI nicht. Es gehe nicht darum, in die Vergangenheit zu gucken, sondern in die Zukunft. Und als Verband hätten sie offen zu sein für ihre Interessensvertreter. Andere Sportarten würden auch neue Formate einführen, um interessant zu sein für die Zuschauer – und sie würden verrückt sein, wenn sie nicht dasselbe versuchen würden. “Ich bin froh, dass wir eine Lösung gefunden haben”, so De Vos.

Ingmar De Vos

Ingmar De Vos

Die Lösung ist ein System, mit dem sich nicht alle Reiter anfreunden können, wie die letzten Tage zeigten. Eine Teilnahme am Großen Preis der GCT, der für viele Reiter so attraktiv geworden ist aufgrund seiner hohen Preisgelder, wird für viele nur möglich sein, wenn sie Teil eines Teams der GCL sind. Denn eine Qualifikation zum Großen Preis ist eins der Mannschaftsspringen. In der kommenden Saison könnte es bereits 20 solcher Teams geben. Doch: Um in ein solches Team zu kommen, braucht man gute Beziehungen zu einem Sponsor. Zwei Millionen Euro Startgeld kostet die Teilnahme eines Teams an der Serie. Und in diesem Zusammenhang: Um die Starterzahlen im Grand Prix nicht zu erhöhen, wurden die Plätze von “Einzelstartern” reduziert. Nur noch 15 statt der üblichen 30 weltbesten Reiter können den Großen Preis reiten. 60 Prozent der Teilnehmer erfolgen künftig auf Einladung. “Das ist mit unserem FEI-Reglement kompatibel”, erklärte De Vos. Viele Reiter jedoch sehen sich in ihren Startmöglichkeiten nun eingeschränkt. De Vos entgegnete, dass durch die gute Entwicklung von Fünf-Sterne-Turnieren die Reiter künftig noch mehr Möglichkeiten hätten, auf solchen Turnieren zu starten als in der Vergangenheit.

Jan Tops

Jan Tops

Jan Tops entgegnete der Kritik der Reiter: “Sie sind alle bei der Global Champions Tour mitgeritten und sie werden es weiterhin machen. Es gibt keine Verplichtung, einem Team beizutreten. Auch Einzelreiter können bei uns starten. Und sie können bei uns viel Geld verdienen. Geld, das sie verdienen als ihr Status eines Profis.”

Der FEI-Präsident betonte zudem, dass die GCL keine Gefährdung des FEI Nationenpreises darstelle. Dass man derzeit noch keinen Sponsor für die Mannschaftsserie habe, sei bedauerlich, doch De Vos gab sich sicher, einen Sponsor für den Nationenpreis zu finden.

Fotos: Karl-Heinz Frieler