Gregory Wathelet & Coree

Perfekt von Anfang bis Ende: Coree und Wathelet siegen im Aachener Rolex Grand Prix

“Er war nicht gerade ein Gentleman”, flachste die Portugiesin Luciana Diniz mit Blick auf Ihren Nachbarn in der Pressekonferenz nach dem Rolex Grand Prix von Aachen. Und damit meinte sie Gregory Wathelet. Der Belgier hatte soeben mit der Westfalen Stute Coree v. Cornet Obolensky den Großen Preis gewonnen und sich damit in die Position gebracht, auch den Rolex Grand Prix in den nächsten Monaten für sich zu entscheiden. Dazu müsste Wathelet auch in Calgary und Genf gewinnen – und würde dafür einen Bonus von einer Million Euro kassieren. Für den Sieg im Großen Preis gab es 330.000 Euro. Dabei ist es ein glücklicher Umstand, dass Wathelet die Schimmelstute überhaupt noch reiten kann. Sechsjährig hatte der belgische Springreiter Coree schon im Visier, damals gehörte sie dem Gestüt Haras de Hus, für das der Belgier ritt. Achtjährig schließlich kam sie in seinen Beritt. Etwas Großes konnte sie noch nicht gewinnen, doch der 36-Jährige glaubte immer an das Talent in der Cornet Obolensky-Tochter.  Doch Coree sollte verkauft werden, wie Conrad de Hus nach der EM, mit dem er in Aachen Silber gewann. “Dann kam eine unglaublich Person in mein Leben, Judith Gölkel, und hat es mir ermöglicht, das Pferd für den Sport zu halten”, so Wathelet dankbar. “Sie kann wirklich alles springen und heute war sie unglaublich. Sie war von Anfang bis Ende an jedem Sprung perfekt.”

Für Luciana Diniz und Fit For Fun hätte es auch der Sieg sein können, doch die Hannoveraner Stute v. For Pleasure rutschte vor dem Mercedes-Oxer und kam nicht ganz an die Zeit des Siegers ran. “Wir waren kurz davor, dass mein Traum wahr wurde”, so Diniz, die aber dennoch dankbar war, den zweiten Platz in der Aachner Soers erreicht zu haben.

Mit seinem dritten Platz zufrieden war auch der Niederländer Marc Houtzager mit dem KWPN Wallach Sterrehoef’s Calimero. Er musste das Stechen, das vier Teilnehmer hatte, eröffnen. “Das ist nie so einfach”, erzählte er. “Ich hätte schneller sein können, aber der Boden war etwas rutschig und ich habe nicht das letzte Risiko genommen.”

Bester Deutscher im Großen Preis von Aachen war Andreas Kreuzer mit dem OS Wallach Calvilot auf Rang fünf. Je ein Zeitstrafpunkt sammelte er in beiden Runden. Auch Aachen-Debütantin Laura Klaphake schaffte es in die zweite Runde mit Catch Me If you Can, hatte dann aber einen Fehler und wurde 13.

Foto: Karl-Heinz Frieler