Alexander Onischenko

Onyschtschenko soll Einbürgerung in Deutschland beantragt haben

In der Ukraine wird er gesucht, in Deutschland – so meldet die Deutschland Welle – sucht er nun seine Zukunft: Der ukrainische Oligarch Oleksandr Onyschtschenko hat in Herzlake, wo er ein exklusives Reiteranwesen besetzt, einen Wohnsitz beantragt und den Bürgermeister um ein Empfehlungsschreiben für eine Einbürgerung in Deutschland gebeten, wie der Radiosender weiß. Der soll auch nicht gezögert haben, sondern steht einem Unternehmer, der etwas bewegen wolle, positiv entgegen. Er wolle das Verfahren sogar beschleunigen, da Oleksandr Onyschtschenko eine große Bedeutung für die Gemeinde erlangen könne.

In der Ukraine hingegen wurde 2016 von der Antikorruptionsbehörde NABU ein Haftbefehl gegen den Springreiter erlassen – ihm wird vorgeworfen, durch Scheingeschäfte den Staat um 100 Millionen Euro betrogen zu haben. In seiner Heimat drohen ihm bis zu zwölf Jahre Haft. Oleksandr Onyschtschenko selbst beteuert alles und sagt, der ukrainische Präsident wolle ihn politisch kaltstellen. Onyschtschenko, selbst Parlamentsmitglied in der Ukraine, konnte über die Immunität noch rechtzeitig das Land verlassen. Zu dieser Zeit verkaufte der Reiter viele seiner Pferde, doch mittlerweile ist er wieder auf Turnieren unterwegs. In Deutschland beschäftigte sich bereits ein Koblenzer Gericht mit dem Fall und stellte fest, dass in Deutschland kein Strafbefehl gegen Oleksandr Onyschtschenko vorliege. Onyschtschenko soll dem Reitverein in Herzlake Unterstützung und ein internationales Springturnier auf allerhöchstem Standard zugesagt haben. Laut Informationen des Bürgermeisters läuft das Einbürgerungsverfahren wohl positiv.

Foto: Karl-Heinz Frieler