FEI Sports Forum

Olympische Formats-Debatte wird zum Realitäts-Check für den Reitsport

Am heutigen zweiten Tag des FEI Sports Forum in Lausanne ging es um die Zukunft des Reitsports. Alan Abrahamson, Mitglied des Olympiscihen Presse-Komitees erzählte: “Was uns begegnet, ist nichts anderes als ein Realitäts-Check für den Sport. Ein Großteil der Öffentlichkeit weiß absolut nichts über den Reitsport. Es gibt unzählige neue Sportarten, die an die olympischen Türen klopfen. Skateboarden, Surfen und Felsklettern sind schon fast garantiert im neuen olympischen Programm für Tokyo, weil sie als cool und sexy gelten. Ihr wisst, dass ihr einen großartigen Sport habt. Ihr habt ein treues Publikum, aber was euch fehlt, sind mehr und jüngere Fans. Das ist keine Kritik. Es ist kein Moment der Enttäuschung für euch, es ist ein Moment mit vielen Möglichkeiten.”

Abrahamson, die insgesamt bei acht Olympischen Spielen war, um darüber zu berichten in den vergangenen 18 Jahren, sprach über die Veränderungen in der Kommunikationslandschaft und wie man die neuen Medien nutzen muss, um eine breitere Fan-Basis zu bekommen.

Anschließend gingen die Diskussionen über zu den möglichen Formatsänderungen der drei olympischen Disziplinen und bei den Weltreiterspielen. Konsens bestand darüber, dass sich etwas verändern muss, und auch, wenn es einige Gegenstimmen gab, gab es substantielle Unterstützung für die Reduzierung auf drei Teammitglieder und das Wegfallen eines Streichergebnisses.

Diskussionsteilnehmer Charles Balchin (IMG Production) zeigte sich begeistert hinsichtlich der Qualität des Reitsports für die übertragenden Medien: “Dieser Sport ist weltweit. Das sind nur wenige andere und die Gleichheit der Geschlechter ist brillant. Ihr habt Pferde, ihr habt fantastische Athleten, die sich unglaublich toll artikulieren. Die Zukunft ist hervorragend.”

FEI Vize-Präsident John Madden erklärte, dass Teams mit drei Mitgliedern mehr Nationen in die Olympischen Disziplinen bringen würde, genauso wie zu den Weltreiterspielen. “Über die Universalität haben wir Kontrolle”, so Madden. “Es ist einfache Mathematik. Wir haben 200 Startplätze und 40 Nationen im Moment. Mit den Vorschlägen, die wir hier haben, haben wir immer noch 200 Startplätze und können die Anzahl der Flaggen auf 55 erhöhen. Das sind 25 % mehr an Teams.”

Dass es wichtig ist, neue Nationen in den Sport bei Olympischen Spielen zu bringen, wurde allgemein begrüßt. Frank Kemperman vom FEI Executive Board: “Ich stimme zu 100 Prozent zu, dass es wichtig ist, kleinere Nationen zu den Spielen zu bringen. Das ist das beste Schaufenster für unseren Sport.”

Francesco Ricci Bitti von der Vereinigung der Olympischen Sommerdisziplinen machte deutlich, wie wichtig die Veränderungen sind: “Aber macht sie nicht für die Olympischen Spiele, sondern für euren Sport. Findet einen Kompromiss zwischen den Werten, die euer Sport verkörpert, und den Veränderungen, die gemacht werden müssen, um den Sport attraktiver zu bekommen. Denkt daran, dass sich die Olympischen Spiele – das attraktivste Sportprodukt der ganzen Welt – global verändern werden.”

FEI Generalsekretärin Sabrina Ibanez fasste zusammen: “Es war notwendig, jeden von euch zu Wort kommen zu lassen. Wir haben viel Zeit mit den Olympischen Formaten verbraucht, aber es war notwendig. Wir werden uns weiter mit euch beraten und viele eurer Ideen einbringen.”

Foto: FEI/Richard Juilliart