Christian Glienewinkel & Professional Aircare

Nur einer bleibt null im Hamburger Derby: Christian Glienewinkel

Manche finden ihn überholt und nicht mehr zeitgemäß, andere aber vor allem irre spannend. Und ja, das ist er – der Hamburger Derby-Parcours, der als schwerster der Welt eingestuft wird. Jedes Jahr lässt er den Zuschauern den Atem stocken, auch wenn die meisten internationalen Größen den Parcours mittlerweile scheuen. Er ist ein Spezialisten-Parcours, der eben größtmöglicher Vorbereitung bedarf. In diesem Jahr war es nur einer, der ihn fehlerfrei überwinden konnte: Christian Glienewinkel mit dem 14-jährigen Hannoveraner Wallach Professional Aircare v. Perpignon. Wer ist dieser Christian Glienewinkel, dürften sich die meisten fragen? Ein 30-jähriger Niedersachse, der bereits zwei Mal Derby platziert war und ein echter Amateur ist. Stellvertretender Pflegedienstleiter im Altersheim seiner Mutter ist er nämlich und nur nachmittags wird geritten.

“Das ist ein superschönes Turnier in Hamburg, ich wollte hier schon früher immer mal reiten, aber es war so lange ellenweit weg. Jetzt bin ich drei Jahre dabei und wollte immer mehr”, erzählte der Sieger anschließend glücklich. “Aber von einem Sieg habe ich nie geträumt. Dritter, Vierter – da habe ich gedacht – das wäre mal supertoll. Toll – super – genial, mehr kann ich eigentlich nicht sagen.”

Auf Platz zwei und drei landeten die Derbyspezialisten Andre Thieme mit Voigtsdorf Quonschbob und Andre Platz mit Afp’s Cosmic Blue – beide mit je vier Fehlern. Das gelang noch zwei weiteren Reitern, nämlich Janne-Friederike Meyer, die schon in der 2. Qualifikation mit der erst achtjährigen Cellagon Anna überraschte, und Carsten-Otto Nagel mit Lex Lugar, der in diesem Jahr überraschend eine Verweigerung am Wall hatte – sonst aber fehlerfrei blieb.

Foto: Karl-Heinz Frieler