Eric Lamaze

Nach Steve Guerdat übt auch Eric Lamaze Kritik: “Sie machen unseren Sport kaputt!

Die Olympischen Spiele in Tokyo sind nicht mehr weit hin und damit wird allen immer mehr bewusst, welche Auswirkungen die drei Reiter pro Nation in allen Disziplinen (ohne Streichergebnis) haben könnten. Jeder weiß, wie schnell eine Kombination ausfallen kann, im Wettkampf, dass eine Kleinigkeit zum Ausschluss einer ganzen Nation führen kann. Gerade hatte der Weltranglistenerste Steve Guerdat die FEI heftigst dafür in Kritik genommen, gesagt, dass sie alleine dafür in Verantwortung zu nehmen seien. Nun äußerte sich auch der kanadische Olympiareiter Eric Lamaze gegenüber CBC mehr als deutlich: “Es ist das schlimmste, was unserem Sport je hätte passieren können.”

Das Olympische Komitee forderte mehr Flaggen, mehr teilnehmende Nationen – dafür sollten die Athleten pro Nation reduziert werden. Doch von deutschen Offiziellen war auch immer wieder zu hören, dass das IOC das so gar nicht gefordert habe, sondern die FEI eigenmächtig in diese Richtung gegangen sei.

In Tokio wird es pro Nation drei Teamreiter plus eine Alternative geben, die eingewechselt werden kann – statt vier Reitern mit Streichergebnis. Ein Streichergebnis wird es nun nicht mehr geben.

Lamaze beklagt, dass die Reiter vor den Veränderungen nicht konsultiert worden seien. “Es wird desaströs, wenn man mich fragt”, so der 51-Jährige. “Und das nur wegen Ländern, die nicht in der Lage sind, bei Olympischen Spielen zu reiten. Das macht unseren Sport kaputt. Mehr Flaggen um das Stadion – warum? Kennt ihr das Bobteam von Jamaika? Genauso wird es enden! Wir möchten nicht, dass jemand verletzt wird. Wir wollen nicht, dass sich jemand lächerlich macht. Das ist nicht cool!”

Lamaze geht noch weiter, er fordert einen Boykott der Reiter: “Ich denke, wir Reiter sollten alle die Spiele boykottieren, um ehrlich zu sein, und sagen: Wenn ihr das nicht ändert, kommen wir nicht – denn es ist nicht richtig.”

Foto: Stefan Lafrentz