Isabell Werth & Weihegold OLD

Mit mehr Vertrauen folgt der zweite Weltcup-Sieg für Werth und Weihegold

Zuletzt überraschten Isabell Werth und die elfjährige Weihegold OLD beim Weltcup in Amsterdam mit einem beeindruckenden Sieg – nun legten sie einen nach und siegten auch bei ihrem zweiten Start im Reem Acra FEI World Cup in Neumünster. Mit 84,600 Prozent setzten sich die beiden nicht nur an die Spitze in der Weltcup-Kür, sondern auch im Ranking des FEI Weltcups. Auf Platz zwei folgte Werths Teamkollegin Jessica von Bredow-Werndl, die mit Unee BB auch die 80-Prozent-Marke knackte (80,900 Prozent), aber doch drei Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis von Amsterdam lag. Platz drei ging an die Niederländerin Adelinde Cornelissen und ihren 19-jährigen Parzival (78,775 Prozent).

Mit der kribbeligen Stimmung in der Holstenhalle in Neumünster kommen nicht alle Pferde so gut klar – und doch ist es ein hervorragender Test, um die Pferde für die großen Championate vorzubereiten. Auch Werth merkte die Spannung in der Halle: “Ich habe nicht damit gerechnet, ein solches Ergebnis in dieser elektrischen Atmosphäre zu bekommen.” Jessica von Bredow-Werndl erklärte: “Unee war heute etwas schüchtern und introvertiert, er war nicht so ausdrucksstark. Ich glaube, das lag am Publikum, das hier sehr dicht am Viereck sitzt. Normalerweise liebt Unee das, aber hier ist eine ganz spezielle Atmosphäre. Es gab keine Geräusche, aber die Luft ist elektrisch – und deswegen hat er sich wohl nicht so gezeigt, wie er sonst auftritt.” Aber ich war ganz beeindruckt von dem Publikum. Ich lebe am anderen Ende von Deutschland, in Bayern, deswegen kennt mich das Publikum ja eigentlich nicht, aber ich glaube, sie lieben mein Pferd.”

Jessica von Bredow-Werndl & Unee BB

Jessica von Bredow-Werndl & Unee BB

Pläne hat Bredow-Werndl auch schon geschmiedet: Eine Woche bekommt Unee Pause, dann geht es wieder ins Training, um ihn für Göteborg vorzubereiten. Mit Zaire geht es als nächstes nach Doha, dann soll Hagen als erstes Draußen-Turnier folgen und dann die beiden Sichtungen für Rio, Balve und Aachen.

Auch Isabell Werth hat bereits Pläne gemacht. Bella Rose, die 2014 Mannschaftsgold in Caen sicherte, soll demnächst ihr Comeback haben. “Sie ist wieder in Arbeit und ich werde sie etwas später in der Saison wieder an den Start bringen. Wir sind sehr fokussiert und haben die Daumen gedrückt. Sie wird sehr langsam aufgebaut, ich möchte keinen Druck auf die aufbauen und deswegen macht es auch keinen Sinn, sie in der Weltcup-Saison zurückzubringen. Sie hat so viel Temperament – da wäre es verrückt, sie noch in der Halle einzusetzen und es war ohnehin nie geplant, sie im Weltcup zu starten” Doch mit Weihegold OLD hat die Deutsche ohnehin eine bewegungsstarke Alternative im Stall. Werth wusste bei ihrem zweiten Weltcup-Turnier mit der Stute, die sonst ihre Bereiterin Beatrice Buchwald reitet, dass Weihegold in super Form ist: “Wir hatten einen Fehler, aber wir waren heute viel mehr im Einklang mit der Musik, das Ganze war viel harmonischer und meine Stute hatte schon etwas mehr Erfahrung. Wir werden nun immer vertrauter miteinander und mit der Musik – und darum ging es heute. Ich bin sehr glücklich.”

Fotos: FEI/Stefan Lafrentz