Kristina Bröring-Sprehe & Desperados FRH

Mit Bestleistung und positivem Gefühl Richtung Rio

Kristina Bröring-Sprehe (GER) hat in der Kür beim CHIO Aachen noch mal das richtige Zeichen gesetzt und eine Kampfansage Richtung Einzeltitel bei den Olympischen Spielen abgegeben: Mit dem Hannoveraner Hengst Desperados ritt Bröring-Sprehe eine Kür in Perfektion. Mit 88,825 Prozent wurde sie dafür von den Richtern belohnt – eine neue Bestleistung international des Paares. Dabei hatte die Reiterin zunächst gar nicht so ein gutes Gefühl, wie Bundestrainerin Monica Theodorescu kommentierte: “Tina habe ich nicht gesehen. Sie kam raus und sagte ‘Joo, die eine Pirouette war nicht so schön, aber immerhin habe ich keine Wechselfehler gehabt’. Sie war so zögerlich, dass ich dachte, es wäre was gewesen. Und dann sehe ich die 88 Prozent an der Anzeigentafel.” Die Reiterin selbst erklärte: “Ich hatte ihn am Anfang nicht ganz so vor dem Bein und er war etwas überehrgeizig. Vielleicht hat man das so nicht gesehen. Aber im Laufe der Prüfung wurde das Gefühl immer besser. Wir haben ihm ja zuletzt etwas mehr gefüttert, er hat mehr Kraft bekommen, das hat man jetzt in Aachen gemerkt. Er hat so gekämpft und hatte noch so viel Kraft auch noch in dieser dritten Prüfung. Es ist schön, dass wir uns zu Balve steigern konnte und mit diesem positiven Gefühl jetzt nach Rio zu fahren.”

Zweit in der Kür wurde Isabell Werth mit Weihegold OLD (86,950 Prozent). Die Rheinbergerin zeigte ihre “Tanze Samba mit mir”-Kür zum ersten Mal in neuer Form und hatte daher noch manchmal etwas Probleme, immer in der Musik zu sein. “Wir müssen noch ein paar Stellschrauben drehen in der Abstimmung”, so die Reiterin. “Bei manchen Übergängen muss ich ihr noch zeigen, wie es geht, aber ansonsten bin ich heute sehr zufrieden.”

Isabell Werth & Weihegold OLD

Isabell Werth & Weihegold OLD

Das war auch Dorothee Schneider mit Showtime FRH, die auf 86,925 Prozent kam. Am Anfang wollte der Hannoveraner Wallach nicht stehen und in der letzten Piaffe war er etwas zu engagiert, aber sonst überzeugte auch dieses Paar erneut. “Er zuckte beim Applaus zu dem Ergebnis von Tina etwas zusammen und zum Schluss wollte er raus, aber es war eine tolle Prüfung”, so die Deutsche. “Er ist immerhin hier mit zehn Jahren noch das Küken in der Prüfung.” Das Pferd habe sein Leben lang sein Licht unter den Scheffel gestellt, erklärte Schneider. “Aber im Stall ist er schon der Prinz”, lachte sie. Wie schon für die Olympischen Spiele in London “bin ich auch jetzt für Rio im letzten Moment noch um die Ecke gekommen”, so Schneider. “Im Winter hat er noch etwas Nerven gezeigt, aber ich habe versucht, ihm Vertrauen zu geben. Allerdings weiß man ja nie… Es hätte auch sein können, dass er erst nächstes Jahr so weit ist.”

Die deutsche Mannschaft kann nach der Aachen-Woche mit Selbstvertrauen nach Rio fahren, allerdings, so erklärte der heutige Chefrichter Peter Holler, der vergangene Woche die britischen Pferd in Hartpury richtete: “Es wird sehr eng werden.” Das weiß auch Monica Theodorescu: “Wir müssen jetzt erstmal runter kommen. Das wird dort kein Spaziergang.”

Fotos: Stefan Lafrentz