Michael Jung & fischerChelsea

Michael Jung und fischerChelsea in Topform

Sieg mit 2,3 Sekunden Vorsprung – die Erfolgsliste von Michael Jung wird immer unfassbarer. Mit der elfjährigen fischerChelsea hat der dreimalige Vielseitigkeits-Olympiasieger das Veolia Championat des Braunschweig CLASSICO gewonnen. „Die Stute ist wirklich in Topform“, schien der Sieger fast selbst fassungslos. „Es macht unheimlich viel Spaß, sie zu reiten.“ Bereits vor zwei Wochen hatte das Paar den Großen Preis in Dortmund gewonnen. „Chelsea ist wunderbar in die schweren Springen hineingewachsen, sie ist sensibel, vorsichtig und energiegeladen.“ Energiegeladen – das war das richtige Stichwort für Julien Mounier, den Direktor des Geschäftsbereichs Energie bei Veolia. „Die ganze Prüfung war so voller Energie, noch mehr als im vergangenen Jahr. Für uns ist es eine unheimlich schöne Sache, hier beim CLASSICO dabei zu sein.“

Auf Platz zwei der 1,50-Meter-Springprüfung landete Harm Lahde mit dem 13-jährigen Schimmelwallach Larry. „Ich bin super zufrieden mit Platz zwei“, und grinsend fügte der Chefbereiter des Gestüts Eichenhain hinzu. „Ich bin ja auch ganz knapp hinter der Zeit von Michael.“ 33,71 Sekunden war die Siegzeit von Jung, 36,04 Sekunden brauchte Lahde für den Stechparcours. Eine Zeitdifferenz, die definitiv selten ist im Springsport. Robert Whitaker, Sohn von Springreitlegende John Whitaker, reihte sich im Sattel seines Toppferdes Catwalk auf Platz drei ein. Vor zwei Wochen in Dortmund hatte er sich schon hinter Jung aufstellen müssen, in Braunschweig erneut. „Michael ist einfach schneller“, so seine nüchterne Analyse. „Morgen im Großen Preis werde ich noch mehr Gas geben müssen.“

Insgesamt zehn der 41 Starter hatten das Stechen im Veolia Championat erreicht, in dem es nicht nur um 25.000 Euro Preisgeld ging, sondern auch um Weltranglistenpunkte. Die meisten Fehler im Umlauf schlugen in der zweifachen und der dreifachen Kombination zu Buche. Besonders ärgerlich verlief der Parcours für Christian Kukuk. Der Bereiter aus dem Stall Beerbaum drehte mit dem elfjährigen Lacasino eine wunderbare Runde – und dann berührte der Oldenburger ganz sanft die letzte Stange. Fehler. „Der erste und der letzte Sprung – das sind oft die schwersten Sprünge“, resümierte der sportliche Leiter des Braunschweig CLASSICO. „Und wenn es ‘zu gut’ läuft, dann will am Ende vielleicht auch manchmal zu schön reiten.“ Insgesamt hat Sloothaak das Veolia Championat genossen. Es sei spannend gewesen, mit vielen guten Ritten, eine Herausforderung ohne Überforderung. „An dieser Stelle muss man auch dem Parcourschef Marco Behrens ein dickes Kompliment machen. Es war ein Spitzenparcours.“ (PM)

Foto: Karl-Heinz Frieler