Marcus Ehning & Pret A Tout

Marcus Ehning: “Der Druck war eher weniger!”

Marcus Ehning ist mit seinen 43 Jahren und unzähligen Championatsteilnahmen der Erfahrenste im deutschen Team. Die Führungsrolle will er sich aber nicht so richtig anstecken lassen, das machte er gestern deutlich. Doch man merkt ihm an, dass er – wie schon in Rio, wo er plötzlich noch ausfiel aufgrund der Verletzung seines Pferdes – gerne hilft, mit Rat und Tat zur Seite steht und absoluter Teamplayer ist. Und nachdem die beiden Newcomer im Team mit je acht Strafsekunden aus dem Parcours kamen, blühte Ehning erst so richtig auf. Jetzt wollte er es wissen. Mit dem 14-jährigen Fuchswallach Pret A Tout v. Hiram Chambertin-Stew Boy, einem unglaublich wendigen und cleveren Pferd, lief es wie am Schnürchen in dem anspruchsvollen Zeitspringen für den Borkener. Eng nahm er jede Kurve und nutzte die Galoppierstrecken voll aus – Führung für Marcus Ehning nach drei von vier Reitern vor dem Franzosen Kevin Staut mit Reveur de Hurtebise HDC v. Kashmir van Schuttershof und dem Schweizer Martin Fuchs mit dem Cornet Obolensky-Sohn Clooney.

“Ich hatte Pret A Tout schön vor mir”, war Ehning selbst ganz begeistert. “Er ist unheimlich flexiblen in allen Distanzen. Beim Abgehen habe ich gedacht, dass der Kurs nicht zu schwer ist, aber er ist sehr clever gebaut. Wir haben das nicht so oft mit so langen Galoppstrecken. Es ist ein sehr spannendes Springen.” Das große Thema, die Lichtverhältnisse, sieht Ehning auch etwas als Problem: “Die Sonne steht auch jetzt noch ein bisschen tief.”

Ob er einen besonderen Druck verspürt habe, nachdem die beiden ersten Reiter jeweils mit Fehlern aus dem Parcours kamen? “Nein, eher weniger. Der Druck ist am größten, wenn alles läuft und man vorne bleiben will. Aber die beiden sind gut geritten und ich traue ihnen auch noch was zu. Als Mannschaft sind wir schon ein bisschen weit weg, aber es geht auch noch was nach vorne.”

Foto: Stefan Lafrentz