Luhmühlen: Julia Otto blickt nach vorne

Nach dem tödlichen Unfall von Benjamin Winter beim diesjährigen Turnier in Luhmühlen, liegen hinter Julia Otto, Geschäftsführerin der Turniergesellschaft Luhmühlen mbH, intensive Gespräche. „Aus meiner Sicht ist es immer notwendig Vergangenes zu hinterfragen und zu versuchen,die Sicherheit und die Kommunikation im Sport weiter zu verbessern. Transparenz und gegenseitiger Austausch steigern das Verständnis für die Sicht der einzelnen Parteien und letztendlich auch die Sicherheit des Vielseitigkeitssports. Und daran haben wir das allergrößte Interesse“, erklärt Julia Otto.

Die Haltung der Sponsoren war ein wichtiges Thema der vergangenen Monate, doch es kann bekannt gegeben werden, dass die Hauptsponsoren des Turniers weiterhin treu bleiben. DHL Paket ist für die nächsten vier Jahre Generalsponsor des Turniers, Longines verlängert für vier Jahre als offizieller Zeitnehmer und auch die Ostfriesische Teegesellschaft mit dem Produkt Meßmer bleibt dabei.

Auch in Sachen Sicherheit wurde viel diskutiert.  Course Designer Captain Mark Phillips schätzt deformierbare und flexible Elemente, sieht jedoch auch Grenzen für deren Einsatz: „Ich benutze sowohl die Frangible Pin als auch die MIM Systeme in Europa und Nordamerika. Beide sind in bestimmten Situationen nützliche Vorrichtungen. Wir arbeiten außerdem an der Entwicklung eines zerbrechlichen Systems mit bestimmten Arten von Hecken – obwohl Hecken an sich natürlich schon fehlerverzeihende Sprünge sind. Es ist leider nicht möglich, den Reitsport hundertprozentig sicher zu machen. Die Verwendung von oben genannten Systemen kann einen Beitrag dazu leisten, dass der Sport sicherer wird. Hinzu kommt, dass die Gestaltung der Hindernisse und die verwendeten Materialien möglichst pferdefreundlich sind. Der größte Sicherheitsaspekt ist jedoch meines Erachtens der Respekt, den die Reiter den Hindernissen entgegenbringen. Insofern versuchen wir immer, die Balance zwischen fehlerverzeihenden und gleichzeitig respekteinflößenden Aufgaben zu finden, die von den Reitern ernst genommen werden.“

Veränderungen im Luhmühlener Gelände
Neben dem weiteren Ausbau der bereits eingesetzten Sicherheitssysteme plant Mark Phillips unter anderem einen Richtungswechsel. Neben der Richtungsänderung ist der Umbau des Meßmer Wassers eine weitere große Veränderung: „Das Meßmer Wasser hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert, im Prinzip seit ich in den 1970er und 1980er Jahren in Luhmühlen als Reiter an den Start ging. Der neue Look wird den Zuschauern eine viel bessere Sicht bieten und mir viel mehr Möglichkeiten, dieses Herzstück der Strecke zu gestalten“, so der Course Designer.

„Alle diese Ereignisse und Gespräche lassen uns positiv nach vorne blicken und wir freuen uns auf die Ausrichtung der beiden Prüfungen im Zusammenhang mit den FEI Classics und der Deutschen Meisterschaft“, resümiert Julia Otto.

(PM/globalequestriannews.com)