Lorenzo de Luca & Irenice Horta

Lorenzo de Luca übernimmt Führung – Marcus Ehning fällt zurück

Die erste Runde des Nationenspringens bei den Weltreiterspielen ist beendet und nach zwei Prüfungen führt mit der Mannschaft noch immer die Schweiz mit 11,64 Punkten vor den USA mit 12,59 Punkten und Deutschland, das sich mit 18.09 Punkten auf den dritten Platz vorgearbeitet hat.

In der Einzelwertung hat Lorenzo des Luca (ITA) mit der zehnjährigen BWP Stute Irenice Horta v. Vigo d’Arsouilles/Diamant de Semilly die Führung übernommen mit 1,19 Punkten vor dem US-Amerikaner McLain Ward mit der elfjährigen Stute Clinta v. Clinton und dem Europameister Peder Fredricson mit H&M Christian K.

Der Italiener kam nicht mehr aus dem Lachen heraus: “Irenice Horta ist ein einer großartigen Form. Gestern waren wir enorm unter Druck, aber sie hat so einen tollen Geist. Wenn man weiß, dass man ein Pferd hat, das null gehen kann, ist das ein gutes Gefühl.” Erst das fünfte Turnier bestreitet Lorenzo de Luca in Tryon mit der Stute, die zuvor von Zoe Conter geritten wurde. In Aachen gehörte das Paar zum Nationenpreisteam, in Dublin wurden sie bereits Dritte im Großen Preis. “Auch in Dublin hat Alan Wade gebaut, deswegen hatte ich ein gutes Gefühl, als ich hierher kam”, grinste der Reiter. Zwischen Dublin und der WM sprang de Luca nur zwei 1,30 Meter-Springen mit der BWP Stute. “Ich mache das immer so, dass die Pferde im Kopf und Körper frisch bleiben”, so der Führende der WM. “Aber ich weiß auch, dass wir erst Halbzeit haben.”

McLain Ward & Clinta

McLain Ward & Clinta

McLain Ward war nicht weniger begeistert von Clinta: “Sie hat sich heute noch stärker angefühlt. Am Ende war es wirklich schwierig, sie ist die Tiple-Bare so groß gesprungen, aber sie hat nicht aufgegeben. Das ist auch der Grund, warum ich mich für sie entschieden habe: Ich wusste, dass sie unter Druck gehen kann und sie war bereit.”

Der Europameister aus Schweden, Peder Fredricson, wusste nach dem Parcours, dass er sich schwerer reiten als abgehen ließ: “Ehrlich gesagt habe ich mehr Nuller erwartet.”

Marcus Ehning & Pret A Tout

Marcus Ehning & Pret A Tout

Der letzte deutsche Reiter, Marcus Ehning, nach dem ersten Tag auf Rang vier, fiel mit zwei Fehlern auf der Schlusslinie deutlich zurück auf Position 23. Ein Fehler am Einsprung der Zweifachen – ein Fehler am Schlusssprung. “Eigentlich kam ich mit meinen sechs Galoppsprüngen gut durch auf die Kombination”, analysierte Ehning. “Aber Pret A Tout hat etwas ins Wasser geguckt. Der Letzte war dann wirklich ärgerlich. Zwei Fehler sind zwei zu viel, aber in dem Fall vor allem einer zu viel.” Dem Parcoursbauer zollte er dennoch viel Lob: “Das war unglaublich gut gebaut, gestern und heute. Die letzte Linie war sehr delikat, extrem spannend. 20 Nuller wären ja auch langweilig. So musste jeder bis zum Letzten zittern. Die vielen Fehler sind auch nicht auf die Hitze zu schieben, sondern die Linie war einfach sehr technisch, die musste man beherrschen.”

Fotos: Stefan Lafrentz