Laura Graves & Verdades

Laura Graves kam, um zu gewinnen – und sie tat es

Die US-Amazone Laura Graves redet nicht um den heißen Brei herum, wenn es um ihre Ambitionen geht. Sie will gewinnen. Das hat sie vor Aachen gesagt. Und auch, wenn über ihren Ehrgeiz immer wieder geschmunzelt wird, hat sie es den Zweiflern erneut gezeigt. Mit dem KWPN Wallach Verdades v. Florett As-Goya siegte sie im Aachener CDIO Grand Prix mit respektablen 80,606 Prozent. Als einzige knackte sie die magische Marke an diesem Tag. Wie die Reiterin erzählte, wird dies definitiv die letzte Prüfung vor den Weltreiterspielen in Tryon für sie sein. Auch vor Aachen hatte der Wallach eine längere Pause – seit dem Weltcup-Finale in Paris war er nicht mehr im Viereck. “Pferde in diesem Alter kennen ihren Job”, so die Reiterin. “Klar, man versucht im Training alles zu verbessern, aber er ist so sensibel und macht sich selbst so viel Druck – da ist es mein Job, ihm diesen zu nehmen. Ich bin heute mehr als zufrieden mit ihm.”

Catherine Dufour & Atterupgaards Cassidy

Catherine Dufour & Atterupgaards Cassidy

Glücklich war auch die Zweitplatzierte Cathrine Dufour mit Atterupgaards Cassidy. Die Dänin und der Dänische Fuchswallach v. Caprimond/Donnerhall wurden mit 78,494 Prozent auf dem zweiten Platz gesehen. Dritte in der Prüfung – und damit völlig überraschend – wurde Helen Langehanenberg nach ihrer Babypause mit Damsey FRH mit 77,034 Prozent. Die konnte den Moment nur genießen: “Jetzt frage ich mich schon: Warum trainiere ich sonst so viel? Ich sollte weniger reiten. Ich kam ohne Erwartungen hierher, obwohl das Gefühl im Training sehr gut war. Jetzt genieße ich das bis Samstag. Wichtig ist, ihn jetzt auf meiner Seite zu behalten.”

Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB wurden mit 76,848 Prozent Vierte, Dorothee Schneider und Sammy Davis JR mit 75,916 Prozent Sechste. Überraschend als schlechteste Deutsche schloss Isabell Werth mit Emilio ab. Der Westfalen Wallach verweigerte heute die Piaffen und wurde mit 72,516 Prozent abgeschlagener 17. Da hatte selbst die Top-Reiterin keine Erklärung: “Ich weiß nicht, warum. Ihn muss etwas irritiert haben und das hat er dann mitgenommen.”

In der Mannschaft führt nach dem ersten Tag die USA mit 231,988 Punkten vor Deutschland mit 229,798 Punkten und Dänemark mit 223,106 Punkten.

Fotos: Karl-Heinz Frieler