Kristina Sprehe & Desperados

Kristinas Sprehe dritter Sieg: “Was ganz Besonderes”

Das war ein starker Auftritt: Mit 83,000 Prozent holte Kristina Sprehe ihren dritten Meggle Champion-Titel in Dortmund beim Finale. Von Anfang an konzentriert zeigte sich das Paar, ohne einen Fehler zuzulassen. Gleich zum Auftakt punktete die amtierende Mannschaftsweltmeisterin mit dem 14-jährigen Hannoveraner Hengst mit einem ausdrucksvollen starken Trab und hielt durchweg das Level. 10er-gab es für die Übergänge bei der letzten Pi-Pa-Tour. “Das war nicht unbedingt zu erwarten bei unserem ersten Hallenturnier”, strahlte die Dreifach-Siegerin. “Aber heute hatte ich ein einzigartiges Gefühl. Ich bin richtig zum Reiten gekommen.” Geholfen hat den beiden neben der Arbeit mit Bundestrainerin Monica Theodorescu auch eine besondere Form der Akklimatisierung: Nach acht Wochen Deckpause nämlich ist Sprehe mit dem Hengst immer mal zu anderen Plätzen gefahren, damit er etwas anderes sieht. Das hat sich offensichtlich bezahlt gemacht.

Platz zwei ging an Ulla Salzgeber mit dem 16-jährigen Herzruf-Sohn Herzruf’s Erbe – auch dieses Paar zeigte eine harmonische Runde. “Unglücklich war, dass Herzi vor der ersten Passage äppeln musste, das hat kurz gestört, aber sonst bin ich sehr zufrieden. Von da an lief es.”

77,647 Prozent waren allerdings eine knappe Kiste zur Drittplatzierten – und das war Isabell Werth mit Don Johnson, die auf 77,549 Prozent kam. “Gestern hatten wir beide nicht unseren besten Tag”, dachte Werth an den Grand Prix zurück. “Ab der letzten Mittellinie hätte die Prüfung anfangen können. Aber heute hat er sich so gezeigt, wie er gestern hätte sein können. Das war eine souveräne und sichere Prüfung und ich hoffe, dass das gestern ein Erfahrungsritt war.” Nächste Woche soll es für Jonny nach Den Bosch gehen, dort wird er die Kür reiten – und mit El Santo reist Werth zum Weltcup-Finale nach Las Vegas. Bella Rose wird in der Draußen-Saison vorbereitet. “Ich bin ja in der glücklichen Lage, meine Jungs und Mädels etwas streuen zu können”, grinste die Drittplatzierte des Finals.

Eine schöne Vorstellung zeigten auch Anabel Balkenhol und Dablino, bei denen mehr drin gewesen wäre als die 74,824 Prozent. Doch Fehler in den Einerwechseln verhinderten ein besseres Ergebnis. Mannschaftsweltmeisterin Fabienne Lütkemeier und D’Agostino wurden Fünfte mit 74,725 Prozent.

Bundestrainerin Monica Theodorescu wirkte glücklich: “Das war sehr erkenntnisreich, so viele Kaderpferde zu sehen. Und die Leistungen waren durchweg gut. Wir freuen uns, uns auf so hohem Niveau zu bewegen.”

Foto: Karl-Heinz Frieler