Christian Ahlmann & Codex One

Keinen Druck gemacht und trotzdem gewonnen: Christian Ahlmann und Codex One

Ob souverän oder nicht – das spielt am Ende des Tages bei einem Sieg keine Rolle mehr. Aber doch musste Christian Ahlmann nach seinem Erfolg im Großen Preis von Basel zugeben, dass das Glück für ihn gespielt hatte: Zwei Mal Berührungen im ersten Umlauf, drei im zweiten – und im Stechen klapperte dann auch noch mal die erste Stange. Aber was am Ende alleine zählt, ist: Die Stangen sind alle liegen geblieben. Der deutsche Spitzenreiter untermauerte einmal mehr seine starke Form des Winters. Bereits drei Weltcup-Erfolge feierte er in dieser Saison: in Stuttgart, Madrid und kurz vor Silvester in Mechelen. Und nun kommt mit dem 14-jährigen Contendro I-Sohn Codex One auch noch der prestigeträchtige Sieg im Longines Grand Prix von Basel hinzu. In beiden Umläufen blieben die beiden fehlerfrei – und im Stechen. Das schaffte nur er. Um die 100.000 Schweizer Franken kämpften mit ihm die Französin Penelope Leprevost mit dem elfjährigen Hengst Vagabond de la Pomme sowie Vorjahressiegerin Luciana Diniz (POR) mit Fit for Fun. Doch beide machten Fehler, Leprevost einen, Diniz sogar zwei. Christian Ahlmann erklärte, warum ihm der Stechparcours nicht so entgegen kam: “Ich hatte mir Penelope ganz genau angeschaut und zwei Wendungen lagen mir nicht gut. Dennoch habe ich versucht, Luciana unter Druck zu setzen – ich wusste, dass sie schneller sein würde und dass da ein Netzroller von ihrer Seite her muss. Das ist passiert. Nichtsdestotrotz bin ich stolz auf Codex. Das war heute sehr anspruchsvoll, aber fair gebaut, und er ist das einzige Pferd, das hier drei Mal null geblieben ist. Im ersten Umlauf ist er fantastisch gesprungen, im zweiten fing es etwas klapprig an, aber dann hat er es souverän nach Hause gebracht. Und im Stechen war er wieder sehr gut. Allerdings kann ich die Konkurrenz nicht so unter Druck setzen mit ihm. Aber er ist super bemüht gesprungen.”

Mit Blick auf Rio gibt sich Christian Ahlmann kämpferisch: “Ich versuche auf jeden Fall, dabei zu sein. Ich habe zwei sehr erfahrene Pferde mit Taloubet und Codex – und rechne Epleaser noch dazu. Ich hoffe, dass er bald zu den beiden dazu stoßen kann.” Mit Taloubet und Codex habe er zwei Pferde in der absoluten Oberliga. Wer zum Weltcup-Finale fahren wird, ist noch nicht klar, doch liegt die Priorität bei Taloubet. Der hat nun allerdings erstmal ein paar Wochen Pause. “Er springt in der Form seines Lebens”, so der Reiter. “Aber Codex ist nach seiner Verletzung im Sommer, einer Knochenentzündung, auch wieder topfit. Ihn setzte ich sehr dosiert ein, um Kräfte zu sparen und Verletzungen vorzubeugen. Epleaser hatte nach der schweren Sommersaison nun auch drei Monate Pause, damit er ausgeruht zurück kommt. Für ihn war Basel das zweite Turnier und er kommt auch in Frage für das Weltcup-Finale. Vielleicht nehme ich ihn mit nach Zürich.”

Foto: Katja Stuppia/Longines CSI Basel