Isabell Werth & Bella Rose

Isabell Werth: “Ich bin selber überrascht” – 81,529 Prozent

Wieder machten die Deutschen den Auftakt bei der Dressur in der Normandie am Entscheidungstag für die Mannschaft. Isabell Werth und Bella Rose hatten den frühen Wurm zu fangen – und fingen ihn. 81,529 Prozent! “Ich bin selber überrascht”, war Werth einfach nur überglücklich. “Sie war so cool. Normalerweise prescht sie ja schon im ersten Trab los, aber sie hat so schön gewartet.” In der Zick-Zack-Traversale hatte sich die Reiterin aus Rheinberg einmal verzählt (Equipe-Chef Klaus Roeser: “Da muss Mutti wohl noch zählen lernen”) und ein Taktfehler im Trab kam hinzu, aber ansonsten zauberten die beiden einen Grand Prix ins Viereck vom Allerfeinsten. “Sie hat unglaublich Übersicht behalten”, so Werth. “Auch die Galopptour generell war toll, die Pirouetten sind stark verbessert.” Als Erste starten zu müssen, sieht Werth generell nicht als Highlight, “aber heute war es von Vorteil wegen des Bodens. Den haben sie nach dem Regen gut hinbekommen.”

Dem Weltmeistertitel sind die Deutschen mit dem Ritt von Isabell Werth nun noch einen ganzen Schritt näher gekommen, doch die 45-Jährige übte sich in Zurückhaltung: “Am Ende der Schlacht werden die Toten gezählt.” Im Special, da will Isabell Werth dann noch “ein Schippchen drauflegen”, immerhin habe sie ja nichts zu verlieren. “Wir wollen versuchen, eine fehlerfreie Runde zu zeigen, aber ich habe ja auch nichts zu verlieren. Ein bisschen mehr Risiko werde ich da schon nehmen.”

Als mehrfache Weltmeisterschafts-Teilnehmerin kann Isabell Werth natürlich auch Vergleiche ziehen: “Aachen bleibt unerreicht. Aber das ist natürlich was anderes, wenn die Strukturen schon alle vorhanden sind. Hier war es anfangs schon sehr chaotisch, aber das gleiche Problem gab es in Den Haag und Rom. Und bei so einem Wetter kann dann auch keiner zaubern. Es wird zumindest immer besser.”

Foto: Karl-Heinz Frieler