Irland führt ein Ampel-System für die Vielseitigkeit ein

Eventing Ireland geht in diesem Jahr einen ganz neuen Schritt in Sachen Sicherheit bei der Vielseitigkeit. Seit einigen Jahren arbeitet der Verband an Sicherheitsaspekten für Pferd und Reiter mit dem Ziel, das Risiko in der Disziplin so gering wie möglich zu halten. Obwohl in den vergangenen Jahren die Zahl an Starts im Gelände steigt in Irland und dabei die Stürze von Reitern gleichzeitig sinken, gibt es einen leichten Anstieg von Stürzen bei den Pferden.

In 2016 startet daher Eventing Ireland eine Partnerschaft mit EquiRatings, ein Unternehmen, das dem internationalen Vielseitigkeitsreiter Sam Watson und dem Anwalt Diarmuid Byrne gehört. EquiRatings analsysiert die Vielseitigkeit bis ins Detail. Und so hat EquiRatings ein Tracking-System entwickelt, das sich EquiRatings Quality Index (ERQI) nennt. Dabei wurden über 150.000 Ergebnisse weltweit auf allen Wettkampfniveaus analysiert. Dabei kam heraus, dass ein niedriger ERQI stark einher geht mit möglichen Fehlerpunkten, Eliminierungen oder Stürzen im Gelände.

Nun wird Eventing Ireland als erster nationaler Verband in der Welt diese Ergebnis-Datenbank nutzen, um die Leistungen im Gelände genauer zu beobachten. Auch die Reiter selbst können den Quality Index über Eventing Ireland einsehen und zwar in Verbindung mit einem Farb-Code-System.

Paare, die offensichtlich auf einem Niveau nicht besonders gut abschneiden, werden hervorgehoben. Sollten sie über einen längeren Zeitraum eine schlechte Form haben, könnte das System sogar dazu führen, dass das Paar nicht mehr auf diesem Niveau starten darf, wenn der Reiter diese Vorkehrung nicht selbst trifft.

Im ersten Jahr wird es ein Ampelsystem für die Reiter geben, sobald sie ein Turnier nennen. Ist die Ampel grün, dann ist der ERQI zufriedenstellend. Pferd und Reiter sind in der Lage, auf diesem Level zu starten. Leuchtet die Ampel gelb, ist der Index ausreichend, aber es gibt deutliche Anzeichen, dass das Paar in der Vergangenheit im Gelände auf diesem Niveau Probleme hatte. Es wird empfohlen, ein Niveau tiefer zu starten. Leuchtet der Index rot, darf der Reiter mit dem Pferd nicht mehr auf dem gewünschten Niveau starten, sondern muss ein Level tiefer antreten.

Dass ein Reiter herabgestuft wird, passierte bei Eventing Ireland bereits in der Vergangenheit, doch übernimmt EquiRatings dies nun automatisch. Auch Paare, die Probleme im Gelände haben, werden nun schneller herausgestellt.

Der Verband weiß, dass andere Faktoren eine Rolle dabei spielen können, wie ein Paar letztlich abschneidet, sodass auch die Länge der Strecke, das Wetter und die Bodenbedingungen bei jedem Start analysiert werden.

Was sicher alle interessiert: Wer kommt in die rote Zone? Solche Paare, die bei den vergangenen fünf bis zehn Starts nur einmal fehlerfrei durchs Gelände kamen. Während die durchschnittliche Sturzrate bei 1,5 Prozent liegt, ist diese bei Reitern in der roten Zone zudem fast drei Mal so hoch, nämlich bei 4,3 Prozent.

Georgia Stubington, Präsidentin von Eventing Ireland, erklärte: “Das ist eins der spannendsten Projekte, an dem ich meiner Zeit hier als Präsidentin gearbeitet habe. Ich glaube, das bringt Eventing Ireland in die Top-Liga der nationalen Verbände, die Datenanalyse auf höchstem Niveau für einige Zeit betreiben. Wir wissen, dass Vielseitigkeit ein Risikosport ist und wir werden niemals alle Risiken eliminieren können, aber es ist ein großer Schritt in der heutigen digitalen Zeit.”