Ingrid Klimke & Horseware Hale Bob

Ingrid Klimke und Hale Bob bestes deutsches Paar nach Dressur

Vor dem morgigen Geländetag in Rio de Janeiro hat sich ganz vorne an der Spitze nichts mehr verändert: Der Brite William Fox-Pitt führt mit dem DSP Hengst Chilli Morning mit 37,0 Punkten vor dem Australier Christopher Burton mit dem Sandro Hit-Sohn Santano II mit 37,6 Punkten. Überraschend auf den dritten Platz hat sich der Franzose Mathieu Lemoine auf Bart L mit 39,2 Punkten eingeordnet. Die Franzosen waren in der Dressur überraschend gut und liegen mit 122,20 Punkten nur ganz knapp hinter den Deutschen mit 122,0 Punkten. Auf Rang drei rangieren die Australier mit 126,4 Punkten.

Schlussreiterin für Deutschland war Ingrid Klimke auf dem Oldenburger Wallach Hale-Bob OLD v. Helikon xx, die eine fehlerfreie Prüfung zeigte und mit 39,5 Punkten beste Deutsche ist. Sie liegt aktuell auf Rang vier direkt vor Michael Jung mit dem Württemberger Wallach Sam FBW.

Entsprechend zufrieden war Ingrid Klimke: “Es hat so viel Spaß gemacht. Bobby war schon morgens etwas kernig, weil das Schießen so laut war, aber ich bin dann noch mal die Aufgabe geritten und habe Cavaletti-Training gemacht. Als wir rein sind und der Applaus von dem vorherigen Paar kam, hat er einmal losgebockt und ich dachte nur: Bitte konzentriere dich noch einmal. Und das hat er dann gemacht. Er ist mit super viel Ausdruck die Prüfung gegangen, der Trab aus der Ecke kam mit richtig viel Druck, die Wechsel waren schön lässig. Einmal im Schritt vor dem Angaloppieren wollte er schon etwas früher los und ich dachte immer ‘Noch nicht’. Aber so gut ist er selten gegangen.” Schön sei es, dass die Mannschaft nun vorne liegen würde. “Aber nun müssen wir uns alle konzentrieren”, so Klimke, die im Anschluss an die Dressur noch einmal das Gelände abgehen wollte.

Der deutsche Bundestrainer Hans Melzer war auch zufrieden: “Der Abstand zu den anderen spielt keine Rolle, wichtig ist die Platzziffer. Klar, alle sind dicht zusammen, das sind am Ende keine zehn Sekunden bzw. kein Springfehler. Morgen beginn alles bei Null und es wird irre spannend, so soll es ja sein. Dass wir trotz kleiner Schnitzer vorne sind, ist psychologisch ganz wichtig.”

Doch Melzer hatte an den Richtern, von denen sie schon im Vorhinein wussten, dass sie keine 9er und 10er geben würden, etwas zu kritisieren: “Warum gibt man einer Ingrid für Sitz und Einwirkung eine 8? Ich würde mich als Richter schämen! Sie sitzt im Sattel wie ein König. Die sollen mal Bobby Dressur reiten!” Gleichzeitig weiß der Bundescoach: “Man kann nichts dran ändern. Es hilft nichts, sich zu ärgern. Es ist wie es ist!”

Die Marschrichtung für morgen ist klar: Sandra und Michi “können, wollen und sollen direkt und schnell reiten – das war der Plan unserer Startreihenfolge”, so Melzer. “Wenn wir bei Ingrid noch ein Ergebnis brauchen, muss sie eventuell auch einen Schlenker reiten. Aber ihr können wir nicht sagen, dass sie langsam reiten muss. Ich glaube, dann würde sie nicht mehr mit uns reden.”

Foto: Stefan Lafrentz