Henrik von Eckermann & Castello

Henrik von Eckermann gewinnt auf “Leihpferd” den Preis von Europa

Es war ein Stechen, das im Nachgang noch diskutiert werden wird: das des Großen Preises von Europa in Aachen. Laura Kraut (USA) und Confu sowie Yuri Mansur (BRA) und Vitiki stürzten – letzterer so unglücklich, dass der Hannoveraner Hengst mit einer Verletzung am Fesselbein in eine Spezialklinik gebracht werden musste. Marcus Ehning, am Ende drittplatziert mit Funky Fred, kritisierte deutlich den Aufbau: “Als ich das Stechen gesehen habe, war ich nicht gerade begeistert. Als ich dann noch mitbekommen habe, dass zwei gestürzt sind, war ich wirklich nicht sehr optimistisch. Ich bin froh, dass ich die Stürze nicht gesehen habe. Aber der Oxer, den man aus der Ecke raus springen musste, war nicht besonders freundlich vor allem nach der ersten sehr langen Runde und der großen Wärme.” Dem musste auch der Sieger Henrik von Eckermann (SWE) zustimmen: “Ja, das war nicht besonders freundlich gebaut.” Doch dem Schweden kam es mit Castello entgegen. Der Westfalen Wallach hat Vermögen, Kapital am Sprung. Dass wusste von Eckermann, obwohl er nur drei Turniere mit ihm bestritten hat. Das Pferd gehört eigentlich seiner Schülerin Evelina Tovek. Er bekam Castello für den Nationenpreis in Sopot ausgeliehen – und weil er sich über den Sieg im Großen Preis dort für den Großen Preis in Aachen qualifiziert hatte, fragte er noch mal bei der Familie Tovek an, ob er das Pferd noch mal bekommen dürfte. Und die waren großzügig. Und so konnte er das Potenzial des Cristallo-Sohns auch in der Soers ausspielen. “Er ist ein unglaublich starkes Pferd, ich habe mich deswegen auch sehr wohl hier mit ihm gefühlt”, so der Sieger. “Ich habe ihn zu dem Oxer hin ausbalanciert gehabt, aber er springt auch jeden Oxer aus dem Nichts. Für ihn war das kein Problem.”

Platz zwei in der Prüfung ging an den US-Amerikaner McLain Ward mit HH Azur.

Foto: Karl-Heinz Frieler