Helen Langehanenberg & Damsey FRH

Helen Langehanenberg zurück als wäre nichts gewesen

“Das war saugut”, strahlte Helen Langehanenberg nach ihrem Ritt mit Damsey FRH im Grand Prix der O-Tour in der Aachener Soers. Vor vier Wochen erst hat Langehanenberg Finja zur Welt gebracht, ihr zweites Kind. Aachen sei immer ihr Traum gewesen, als Comeback, erzählte sie im Anschluss, aber da hätte auch nichts schief gehen dürfen. “Malin kam damals elf Tage später – das wäre dann hier für Aachen eng geworden”, so die amtierende Mannschaftseuropameisterin. “Ich weiß nicht, ob sie vielleicht gemerkt hat, dass ich mir das wünsche und quasi zum Termin kam.”

Auf jeden Fall merkte man von der Babypause weder bei dem Hannoveraner Hengst v. Dressage Royal/Ritual etwas, noch bei der Reiterin. Mit 77,034 Prozent und einer fehlerfreien Leistung brachten die beiden als erste im deutschen Team die Mannschaft klar in Führung. “Stark geritten, irre, unglaublich”, war selbst Bundestrainerin Monica Theodorescu fassungslos. “Ich kann das gar nicht nachvollziehen, ich habe ja nie ein Kind bekommen – aber das eine gewaltige Leistung, auch körperlich.”

Helen Langehanenberg erklärte, dass das ohne ihr Team nie möglich gewesen sei. Bereiterin und Pflegerin hielten den Hengst bestens in Schuss, obwohl die 36-Jährige anmerkte, dass er nach der Pause so dickbäuchig wie sie gewesen sei. Die Kondition von Februar habe Damsey noch nicht, aber er könne ja alles. “Das wichtigste war, dass er Lust hat und frisch hat und ich glaube, das haben wir für den ersten Tag gut hinbekommen. Das war eine Punktlandung”, jubelte Langehanenberg. Als sie letzte Woche von Theodorescu erfahren habe, dass sie für Sönke Rothenberger ins Team nachrückt, weil dessen Cosmo krank ist, habe sie drei Sekunden Schnappatmung gehabt. Dann aber sagte sie sich: “Die Aufgabe ist ja dieselbe und da ist es egal, ob man im Team oder im Einzel reitet.” In Tryon möchte sie dann aber doch gerne in der Mannschaft sein. Die Weltreiterspiele sind nun der Traum.

Foto: Stefan Lafrentz