Gerrit Nieberg & Contagio

Großer Preis in Frankfurt: Gerrit Nieberg bringt den Sieg sicher nach Hause

Der Große Preis von Frankfurt hatte es in diesem Jahr in sich – fünf Nuller gab es nur. Frank Rothenberger hatte sich etwas einfallen lassen, nachdem es in der Vergangenheit schon häufiger unbeliebte Mammut-Stechen gegeben hatte. Und auch das Stechen war durchaus fehlerbehaftet: Vor allem die favorisierten und immer schnellen Gert-Jan Bruggink mit Vampire sowie Felix Haßmann mit Cayenne WZ versuchten es – doch bei beiden ging eine Stange zu Boden. So hatte es Gerrit Nieberg, 24-jähriger Sohn von Lars Nieberg, in der Hand. Mit dem Holsteiner Hengst Contagio v. Colman/Lordanos musste er “nur” null reiten – und das gelang ihm. Er behielt die Nerven, ritt souverän und fehlerfrei durch das Stechen und so zu seinem größten Erfolg in seiner Karriere. Vor genau 17 Jahren war es sein Vater, der in der Festhalle von Frankfurt vorne stand.

Gerrit Nieberg hatte Contagio einst von seinem Bruder übernommen, nach einem 3. Platz in Nörten-Hardenberg im Großen Preis und einem 4. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Balve wurde der Hengst jedoch im vergangenen Jahr nach Venezuela verkauft. Dieses Jahr kam er zurück. Und es klappte auf Anhieb wieder. “Ich habe bei ihm nie das Gefühl, dass was zu schwer sein könnte”, schwärmt Gerrit Nieberg. “Ich habe immer ein gutes, sicheres Gefühl. Das war von Anfang an so – und das ist schon echt außergewöhnlich.”

Paul Schockemöhle hatte am Tag vorher schon Weitsicht bewiesen und sich Samen des Hengstes gesichert: “Er hat einen tollen Sprungablauf und ist auch ganz toll im Maul.” Vater Lars Nieberg merkte gegenüber Paul Schockmöhle an: “Du kannst jetzt noch einen Nachschlag zahlen!” Der Hengst hat in der Tat schon gute Nachkommen: Catch Me T von Holger Wulschner beispielsweise oder die von Reed Kessler und Beezie Madden gerittenen Contagious und Con Tagio.

Foto: Karl-Heinz Frieler