Große Trauer um Steward Hansi Wallmeier

Zuletzt hatte man ihn nur noch wenig gesehen, dabei gehörte er seit Jahrzehnten zur Turnierszene im Land: Hansi Wallmeier (GER). Zusammen mit seiner Frau Liane, die im vergangenen Jahr plötzlich verstarb, guckte er nach dem Rechten auf den Abreiteplätzen im Lande – und ließ seine Blicke nicht ab, wenn er etwas sah, was andere vielleicht nicht gesehen hätten. Drei Mal nämlich machte Johannes Wallmeier, wie er eigentlich hieß, besonders von sich Reden. 1997 bei der EM in Mannheim sah er, wie Hugo Simons E.T. eine Spritze gegeben wurde und brachte den Fall vor die FEI. Ebenso meldete der Steward den Fall, als Rene Tebbel in Stuttgart beim Blistern erwischt wurde und entdeckte 1999 in Aachen beim US-Amerikaner McLain Ward Kunststoffteilchen in den Gamaschen.

Hansi Wallmeier bewies in diesen und noch weiteren Momenten die Courage, die nicht jeder in seiner Funktion gehabt hätte. Er war geradlinig und charakterstark. Schon 1957 im Alter von 16 Jahren begann der Sohn eines Gestütswärters seine kaufmännische Lehre am DOKR und übernahm 1978 die Leitung der Geschäftsstelle der FN. Seit 1970 war er bereits Richter und eben häufig als Steward im Einsatz mit dem Höhepunkt der Weltreiterspiele 2006 in Aachen. 2007 ging Wallmeier nach 50 Jahren in den Ruhestand, war aber dennoch danach noch regelmäßig auf kleinen und großen Turnieren im Lande im Einsatz. Doch in den letzten Jahren kämpfte Hansi gegen den Krebs. Die Bauchspeicheldrüse wurde ihm entfernt. Auch davon ließ er sich nicht abhalten, für Ordnung auf den Abreiteplätzen zu sorgen. Doch zwei Schlaganfälle zuletzt sorgten zuletzt für gesundheitliche Rückschläge. Gestern verstarb Hansi Wallmeier in Bielefeld im Alter von 72 Jahren. Der Reitsport verliert mit Hansi Wallmeier eine besondere Persönlichkeit, die neben der konsequenten Linie in seiner Funktion vor allem durch seine freundliche und höfliche Art in Erinnerung bleiben wird.