063 Frie Langehanenberg-Dujardin-Sprehe

Gold für Dujardin, Silber für Langehanenberg, Bronze für Sprehe

Man erwartete wenig Spannung für den Special bei den Weltreiterspielen in der Normandie – und am Ende wurde es doch ein echter Nervenkrimi. Die Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit Valegro war unter den Treppchenfavoriten die erste, die einzureiten hatte. Der holländische Wallach war so stark wie vielleicht nie, hatte aber Fehler. Vor der ersten Piaffe musste Valegro äppeln und kam dadurch zu spät in die Piaffe, später folgten Wechselfehler – aber das Pferd überzeugte in den anderen Lektionen so sehr, dass der Vorsprung groß genug war.

Charlotte Dujardin und Valegro

Charlotte Dujardin und Valegro

86,120 Prozent bedeutete Gold vor Helen Langehanenberg mit Damon Hill, die 84,468 Prozent erhielten. Einmal stockte der Hengst von Langehanenberg in der Passage, doch sonst passte alles. Auf der Schlusslinie hielten sicherlich alle die Luft an – aber diesmal ging alles gut. Der dritte Platz ging an Kristina Sprehe und Desperados. 79,762 Prozent holte die Deutsche, die damit ihre erste Einzelmedaille bei einem Championat gewinnt und die favorisiertere Niederländerin Adelinde Cornelissen mit Parzival auf Rang vier verweisen konnte.

047 Frie Kristina Sprehe Deperados FRH

Kristina Sprehe und Desperados – Bronze!

Und zwischen Platz drei und vier ging es so richtig eng her. Die deutsche Bundestrainerin Monica Theodorescu und der Equipe-Chef Klaus Roeser standen in der Mixed Zone vor den Monitoren und hielten die Luft an. Mal war Sprehe vorn, mal Cornelissen. Doch irgendwann kam die Erlösung: Die Klammer ist weg! Das Ergebnis, es war nicht mehr vorläufig, sondern bestätigt. Zwei Einzel-Medaillen für Deutschland!

067 Frie Gardemann Röser P Sprehe M Theodorescu

070 Gardemann M Theodorescu

„Die drei besten Pferde von heute haben vorne gestanden“, lobte die deutsche Bundestrainerin Monica Theodorescu die Richterleistung, die sich bei ihrer ganzen Anspannung und Aufregung das Knie verdreht hatte und humpelnd zur Pressekonferenz auftauchte. „Kristina Sprehe hat schon von Isabells Ausfall profitiert, aber alle drei Pferde bewegen sich auf einem sehr hohen Niveau.“ Die glückliche Dritte war einfach nur baff: „Ich hatte mir für das Einzel eigentlich keine großen Gedanken gemacht. Es ist Wahnsinn! Als ich mir Adelindes Ritt angeguckt habe, bin ich fast gestorben.“ Und Helen Langehanenberg musste sogar ein paar Tränchen verdrücken: „Ich hatte geglaubt, dass ich noch was drauflegen kann und ich habe was draufgelegt. Ich habe heute auch mehr Risiko geritten. Und auf der Schlusslinie habe ich selbst gebetet.“

Silber: Helen Langehanenberg und Damon Hill

Silber: Helen Langehanenberg und Damon Hill

Und aus der neuen Einzel-Weltmeisterin Charlott Dujardin sprudelte es nur so heraus: „Das fühlte sich wie eine meiner besten Prüfungen an. Ich hatte zwar drei teure Fehler – dachte, das könnte eine Medaille kosten – und habe dann noch mehr versucht. Ok, in der ersten Piaffe, da wollte er zum falschen Zeitpunkt auf die Toilette. Aber was ich heute so extrem gemerkt habe, war das Publikum. Das war wirklich die größte Herausforderung. Ich musste mich so konzentrieren, weil ich quasi das Luftanhalten hören konnte. Aber es ist natürlich toll, wenn man das Publikum so hinter sich hat.“

Es gab eine Menge 10er für den starken Trab von Valegro.

Es gab eine Menge 10er für den starken Trab von Valegro.

Nun haben die Dressurreiter einen Tag Pause, ehe es dann am Freitag in die abschließende Kür-Entscheidung geht.

Fotos: Frieler/Gardemann