Isabell Werth & Emilio

Louisdor-Preis Frankfurt: Emilio souverän, Cosmo abgelenkt

Das Louisdor-Preis-Finale in Frankfurt beim Festhallen Reitturnier versprach so viel Qualität wie nie und ein Duell auf Augenhöhe: Isabell Werths Emilio contra Sönke Rothenbergers Cosmo. Der neunjährige Ehrenpreis-Sohn und der achtjährige KWPN Wallach gehören zu den talentiertesten Pferden in Deutschland und im Vorfeld war nicht abzusehen, wer die Nase vorne haben würde. Am Ende war es eine klare Sache für den Westfalen Wallach aus dem Besitz von Madeleine Winter-Schulze. Isabell Werth und Emilio zeigten eine souveräne Runde ohne Fehler mit ganz vielen Höhepunkten. Hervorzuheben: die Piaffe-Passge-Tour. “Diese spielerische Leichtigkeit gepaart mit dem energischen Abfußen und der tollen Lastaufnahme – das sieht man so ganz selten”, erklärte anschließend Kommentator Dr. Dietrich Plewa. Als Highlight bezeichnete er allerdings die gesamte Prüfung. “Ich habe das Pferd jetzt länger verfolgt und das war mit Abstand der beste Grand Prix, den ich von den beiden gesehen habe. In mancher Hinsicht war das nahe der Perfektion.” 79,100 Prozent sprechen für sich. Auch Emilios Reiterin freute sich über die Leistung ihres Nachwuchspferdes: “Die Entwicklung ist schon fast unheimlich. Vor einem Jahr ist er seinen ersten St. Georg gegangen. Er hat es unheimlich schnell in die internationale Spitze geschafft.”

Sönke Rothenberger & Cosmo

Sönke Rothenberger & Cosmo

Auch wenn es bei Sönke Rothenberger und dem Van Gogh-Sohn Cosmo nicht wie gewünscht lief – die beiden wurden mit 74,320 Prozent Zweite (vor der Britin Susan Pape mit Harmony’s Fiorano mit 69,760 Prozent) – war der Reiter aus Hessen nicht unzufrieden: “Wenn ich die Ausschnitte auf der Leinwand sehe, bekomme ich selber Gänsehaut. Er gibt einfach immer das Beste.” Dr. Dietrich Plewa hätte Cosmo in der ersten Trabverstärkung “mindestens bei einer neun” gehabt, doch dann kam eine Stockung rein und der Achtjährige zeigte sich immer mal abgelenkt. Was allerdings bei Sönke Rothenberger, selbst erst 21 Jahre und gerade in den A-Bundeskader berufen, auffällt: Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wenn sein Pferd nervös wird, dann gibt er ihm Vertrauen und verfällt nicht in Hektik – obwohl er nicht über jahrelange Erfahrung im Dressursattel verfügt. Erst seit einem Jahr reitet er auf Grand Prix-Niveau, war sonst lange im Springsattel unterwegs. Es ist vielleicht gerade dieser Umstand, der den Nachwuchsreiter mit Olympiaambitionen so cool bleiben lässt.

Fotos: Karl-Heinz Frieler