Simone Blum & DSP Alice

Erster Umlauf Finale: Simone Blum behält die Nerven

Was ist das für eine Anspannung im Finale der Springreiter bei den Weltreiterspielen in Tryon: Reihenweise purzelten die Stangen. Aber die, die vor dem Finale vorne waren, sind es auch nach dem ersten Umlauf: Simone Blum führt mit DSP Alice v. Askari/Landrebell noch immer vor dem Österreicher Max Kühner mit dem elfjährigen Holsteiner Hengst Chardonnay v. Clarimo/Corrado, der einen Zeitstrafpunkt kassierte, und dem Schweizer Martin Fuchs mit dem zwölfjährigen Schimmelwallach Clooney v. Cornet Obolensky. Der Schweizer wirkte cool vor dem zweiten Umlauf: “Clooney kann ganz sicher noch ein weiteres Mal null gehen.” Doch auch er versuchte sich heute morgen mehrfach einzureden: das ist ein normaler Tag, ein normaler Grand Prix.

Es wird auf die Nerven ankommen, das ist klar. Die Pferde aller drei springen so gut, wirken frisch… da darf sich keiner einen Fehler erlauben.

Laura Klaphake & Catch Me If You Can

Laura Klaphake & Catch Me If You Can

Fehler hatten die beiden anderen Deutschen, die noch im Einzelfinale starten durften: Laura Klaphake und die zehnjährige Catoki-Tochter Catch Me If You Can OLD patzten am Schlusssprung. “Das ist schade”, so die Bilanz der Reiterin. “Sie war gar nicht müde, ich weiß auch nicht, woran es lag. Aber ich bin total glücklich. Eine Medaille war ein Traum – und die habe ich. Außerdem hatte ich nicht damit gerechnet, ins Einzelfinale zu kommen. Und da war ich auch.”

Marcus Ehning & Pret A Tout

Marcus Ehning & Pret A Tout

Marcus Ehning und Pret A Tout v. Hiram Chambertin hatten gleich zwei Abwürfe, in der Kombination nach dem Wasser. Doch auch Ehning war nicht unzufrieden: “Ich bin schon lange nicht mehr mit einer Medaille von einem Championat gekommen – deswegen bin ich echt glücklich. Klar, es war etwas ärgerlich mit den Fehlern und Pret A Tout war noch immer frisch – insofern wäre mehr drin gewesen, aber ich war schon unzufriedener.” Die Kritik, die der Kanadier Eric Lamaze gegenüber dem Veranstalter geäußert hatte – er veröffentlichte, dass Tryon einer WEG nicht würdig gewesen sei – wollte Ehning nicht teilen: “Ich sehe das etwas anders. Wer den zweiten Umlauf des Nationenpreises gesehen hat – besser kann unser Sport nicht sein. Und das ist das Wichtigste. Die Stallungen, die Böden, alles stimmte hier. Und dem Parcoursbauer kann ich nur noch mal ein großes Kompliment aussprechen. Was er hier geleistet hat, ist gewaltig.”

Fotos: Lafrentz