Ermittlungen um totes Pferd auf GPA Jump Festival laufen – Kevin Thornton: “Ich bin nicht diese Person!”

Derzeit überschlagen sich die Kommentare in den sozialen Netzwerken um einen bislang ungeklärten Fall: Auf dem GPA Jump Festival in Cagnes-Sur-Mer in Frankreich ist das Pferd des Iren Kevin Thornton – Flogas Sunset Cruise – gestorben. Dem Reiter wird vorgeworfen, er habe das Pferd über die Rennbahn in den Tod getrieben, mit Peitschenhieben misshandelt und angetrieben, bis es tot zusammenbrach.  Ein Zeuge soll das gesehen haben, wie pferdeonline.ch meldet. Der in der Schweiz stationierte Kevin Thornton soll daraufhin vom Turnier ausgeschlossen worden sein.

Mittlerweile hat die FEI und der Organisator des Turniers Ermittlungen eingeleitet. Auch der Reiter selbst hat nun Stellung bezogen. Auf Facebook sagt er, dass er komplett zerstört sei über den Verlust des Pferdes, das ein sehr besonderes gewesen sei. “Ich habe eine großartige Beziehung zu all meinen Pferden. Ich bemühe mich sehr um ihr Wohlergehen und tue das Beste für sie jeden Tag. Ich würde niemals einem Pferd weh tun oder sein Wohlergehen gefährden. Ich habe das nicht getan und würde es nie tun. Ich bin nicht diese Person.”

Weiter erzählt der Reiter, dass das Pferd die erste Tage auf dem Turnier sehr heiß und stark gewesen sei, sehr schwierig sogar. Man habe sich dann mit dem Besitzer entschieden, ihn zu galoppieren. Er habe Flogas auf die Rennbahn genommen, die für Reiter geöffnet gewesen sei. Er habe eine normale Trense drauf gehabt, habe sich am Eingang etwas aufgespielt und er habe ihn ein, zwei Mal geschlagen, damit er vorwärts geht. Er sei dann regelrecht losgestürmt im Galopp. “Ich habe versucht, ihn zu halten und ruhig zu bleiben”, so Kevin Thornton. “Ich bin eine Runde galoppiert und habe dann langsam gemacht, als er nicht mehr gezogen hat. Ich bin umgedreht zum Eingang, wo ein Kollege gewartet hat. Flogas ist nahezu auf diese Person gesprungen. Ich bin dann wieder mit ihm Richtung Springplatz. Er hat weder schwer noch schnell geatmet, aber auf einmal fühlte er sich komisch unter mir an. Ich bin abgestiegen und ein paar Schritte mit ihm gegangen und plötzlich ist er kollabiert. Ich habe den Sattel abgenommen und nach einem Tierarzt gerufen. Ich widerspreche den Behaupten, dass ich Flogas drei Stunden geritten bin – es waren 15 oder 20 Minuten bevor der Vorfall passiert ist. Vielleicht waren die Leute irritiert, weil ich davor zwei ähnliche Schimmel (Saper und Startschuss) geritten bin und dachten, dass ich ihn die ganze Zeit geritten habe. Ich bin komplett schockiert. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind enttäuschend. Es ist zu einer Hetzjagd geworden, die meine Sicherheit und meinen Ruf gefährdet – und das ist nicht akzeptabel. Ich habe Drohungen gegen mich und meine Familie erhalten. Es ist schwer genug, mit so einem tragischen Vorfall umzugehen, aber es ist noch schlimmer, mit falschen Behauptungen und Drohungen in der Presse und den sozialen Medien fertig zu werden. Ich bin sehr traurig und am Boden wegen diesem tragischen Vorfall. Es bricht einem das Herz, ein Pferd sterben zu sehen. Ich werde vorläufig eine Pause von Turnieren machen in dieser schweren Zeit.”