Ingmar De Vos, Frank Kemperman, John Madden & Giuseppe Della Chiesa

Olympia-Formate bei FEI Generalversammlung in der Diskussion

Die Olympischen Formate standen bei der diesjährigen FEI Generalversammlung in San Juan im Fokus der Diskussion. Radikale Änderungen wurden vorgeschlagen. “Die Olympische Agenda 2020 drängt uns in diesen Prozess”, so der FEI Präsident Ingmar De Vos. “Aber wir wissen auch selbst, dass es Änderungen in unseren Formaten und in der Präsentation von unserem Sport bedarf.” Warum es solche Änderungen braucht, beantwortete er mit der Präsenz, die der Sport benötige und verdient habe. “Wir müssen die Spannung und das Drama in unserem Sport nutzen, ihn verständlicher machen, junge und größere Zielgruppen erreichen, dabei TV freundlich bleiben und mehr Nationen in unseren Sport bringen.”

John Madden, FEI-Vorsitzender Springreiten, unterstrich, wie wichtig es sei, den Vorschlägen der Olympischen Agenda 2020 entgegen zu kommen – IOC Präsident Thomas Bach hatte das vergangene Woche bei seinem Besuch bei der FEI wohl deutlich betont.

Eine der zentralen Forderungen war es, künftig für alle drei Olympischen Disziplinen drei Reiter pro Team zu haben – womit auch mehr Nationen einher gehen könnten. Ebenso wurde es vorgebracht, Einzel- und Teamwettbewerbe zu trennen und auf Streichergebnisse zu verzichten.

Für die Dressur wurde vorgeschlagen, 15 Teams und 15 Einzelreiter zu haben, die sich für ein Einzelfinale mit den besten 18 qualifizieren.

Beim Springreiten könnten es 20 Mannschaften und 15 Einzelreiter sein, bei denen ein Stechen für Platz eins im Einzel- und Mannschaftswettbewerb notwendig ist. Würde es um Mannschaftsgold in einem Stechen gehen, müssten alle drei Reiter des Teams gegen die Uhr reiten, aber nur das beste Ergebnis würde zählen. Andere Vorschläge gingen in die Richtung analog dem Furusiyya FEI Nationenpreis, bei dem die besten zehn Mannschaften mit null Fehlern um die Medaillen reiten.

Für die Vielseitigkeit wurde vorgeschlagen, die Dressur über einen kürzeren Test so zu gestalten, dass sie an einem Tag entschieden ist. Damit könnte das traditionelle Format von Dressur, Gelände und Springen erhalten bleiben, um den Kern der Disziplin beizubehalten. Das Einzelspringen könnte als Qualifikation für die besten sechs oder sieben Teams für ein Mannschaftsfinale genutzt werden – mit der Möglichkeit, dass alle drei Teammitglieder in der Arena zusammen sind, einer springt nach dem anderen, sodass man sofort ein Mannschaftsergebnis hätte.

Ebenso wurde zur Diskussion gebracht – nach offenen Foren bei den Panamerikanischen Spielen, der Vielseitigkeits-EM und der Qualifikationsmöglichkeit für Rio in Boekelo – den Namen “Eventing” durch einen anderen zu ersetzen, um mehr Klarheit über den Sport zu bekommen. “Equestrian Triathlon” wurde als Möglichkeit genannt.

Am 4. und 5. April beim FEI Sports Forum in Lausanne 2016 sollen die Vorschläge mehr ins Detail gehen. Dann wird bei der FEI Generalversammlung 2016 darüber abgestimmt.

Photo: FEI/Richard Juilliart