Emanuele Gaudiano

Gaudiano hatte es schwer in London – und gewinnt trotzdem

Der Sieg auf der siebten Etappe des Longines FEI Weltcup in London kam für die meisten unerwartet: Der Italiener Emanuele Gaudiano setzte sich in dem Weltklasse-Feld an die Spitze. 17 Teilnehmer hatten es ins Stechen geschafft – und damit eine große Anzahl. Doch am Ende setzte sich Gaudiano mit seinem 10-jährigen Wallach Admara mit viel Risiko im Stechen durch, und das gegen geballte britische Konkurrenz. Auf Platz zwei behauptete sich Ben Maher mit Diva II vor Michael Whitaker mit Wiking, Scott Brash mit Hello M’Lady und Guy Williams mit Titus.

Gar nicht so einfach – so erzählte der Sieger später – war für Admara die Distanz von der Triple-Barre, dem ersten Sprung, zum nachfolgenden Oxer. Während viele hier sieben Galoppsprünge machen konnten, war die Distanz für den KWPN Wallach sehr lang und er musste acht Galoppsprünge machen. “Aber ich habe trotzdem gewonnen”, grinste der in Deutschland lebende Gaudiano. “Ich wusste, dass ich schnell sein müsste, um zu gewinnen, aber ich habe ein fantastisches Pferd, das sehr clever und vorsichtig ist – ich liebe ihn. Hier zu gewinnen, ist toll für mich. Italien hat nur einen Startplatz in der Weltcup-Tour und ich wollte unbedingt hier starten, weil ich die Show wirklich liebe.”

Emanuele Gaudiano & Admara

Emanuele Gaudiano & Admara

Ben Maher erklärte lachend, warum er nur Zweiter wurde: “Wenn Emanuele null geht, es ist unmöglich, an ihm vorbei zu ziehen. Er ist bekannt dafür, unglaublich schnell zu sein – aber nächstes Jahr sollte er lieber in Italien bleiben, weil er unsere Party heute vermasselt hat. Es war ganz schön schwierig heute und ich hätte nicht mehr mit meinem Pferd erreichen können. Sie hat alles für mich gegeben.”

Mit seinem Sieg ist Gaudiano von Platz 42 auf Platz 13 in der Western European League aufgestiegen und wäre – könnte er den Platz halten – für das Finale in Göteborg im März qualifiziert. Der Reiter betonte, zu hoffen, nun noch ein paar mehr Punkte in Leipzig auf der neunten Etappe zu holen. Es führt derzeit Christian Ahlmann vor Simon Delestre und Penelope Leprevost.

Fotos: FEI/Jon Stroud